Nur eine Ausrede?

Soldaten-Einmarsch wegen Fehler bei Google Maps

Web
05.11.2010 12:45
Ein Fehler in Googles Online-Dienst Maps hat zu schweren diplomatischen Verstimmungen zwischen Costa Rica und dem Nachbarstaat Nicaragua geführt, die ohnehin seit Jahren wegen der Grenzverläufe im Clinch liegen. Nun hat ein Soldatentrupp aus Nicaragua die Grenze überquert und ein Lager in Costa Rica aufgeschlagen - angeblich wegen einer falschen Grenzangabe auf Google Maps. Die Costaricaner lassen diese Erklärung jedoch nicht gelten.

Tatsächlich ist die Grenze auf dem Fluss San José (im Bild) bei Google falsch gesetzt - warum, wisse der Konzern im Moment selbst nicht genau, so Google. Die nicaraguanischen Behörden behaupten, ein einzelner Kommandant habe sich auf den Verlauf der Grenze bei Google Maps verlassen. Costa Ricas größte Zeitung "La Nación" sieht dies jedoch als Ausrede, schließlich sei die Flagge des Landes ab- und jene Nicaraguas aufgehängt worden, außerdem hätten die Soldaten ein Lager aufgeschlagen.

Während die nicaraguanischen Behörden den Vorfall herunterzuspielen versuchen, ist die Wut in Costa Rica groß. Die Präsidentin des Landes, Laura Chinchilla, warf dem nördlichen Nachbarland den "eklatanten Bruch" eines Grenzabkommens aus dem 19. Jahrhundert vor. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) wollte sich am Donnerstag erneut mit dem seit langem schwelenden Konflikt befassen.

Costa Rica besitzt keine Streitkräfte mehr
Die Regierung Nicaraguas wies die Vorwürfe Costa Ricas zurück. Die Insel am Grenzfluss San José gehöre eindeutig zu Nicaragua, und es gebe deshalb auch keine Truppen auf dem Gebiet Costa Ricas. Ganz im Gegenteil habe Costa Rica Polizeieinheiten auf die Insel entsandt und damit auf das Hoheitsgebiet Nicaraguas. Costa Rica hat seine Streitkräfte 1948 abgeschafft.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Web
05.11.2010 12:45
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt