Einige der bekannt gewordenen Verstöße hatten die Frage laut werden lassen, ob die internen Kontrollen bei Google stimmen. So musste das Unternehmen im Mai einräumen, dass einige Techniker ein Programm entwickelt hatten, mit dem aus ungesicherten WLAN-Netzen möglicherweise brisante persönliche Informationen wie E-Mails und Passwörter aufgefangen werden können. Das geschah ganz nebenbei mit den Fahrzeugen, mit denen Google vor allem Fotos für seinen Dienst Street View aufnimmt.
Der Vorfall hatte weltweit für Empörung gesorgt und die Behörden in zahlreichen Ländern aufgeschreckt, die Google danach kritischer beobachteten. So etwas sei nur möglich gewesen, weil ein Techniker einen Fehler gemacht habe und Kontrollen zur Durchsetzung der Bestimmungen gefehlt hätten, erklärte erst in der vergangenen Woche die kanadische Datenschutzbeauftragte Jennifer Stoddart in einem Bericht.
So wurden über zwei Jahren insgesamt 600 Gigabyte an Daten gesammelt, bevor den Behörden etwas auffiel. Und es waren nicht nur Bruchstücke von Internet-Kommunikationen, sondern ganze E-Mails, Passwörter und Webadressen, die aufgefangen wurden. In zahlreichen Ländern wird deshalb immer noch ermittelt, auch in den USA.
Beschämt, aber zuversichtlich
Google sei beschämt über das, was passiert sei, aber auch zuversichtlich, dass die vorgenommenen Änderungen zu einer deutlichen Verbesserung des internen Datenschutzes führten, von dem alle Nutzer profitierten, erklärte Google-Cheftechniker Alan Eustace in der Blog-Mitteilung.
Zweifel an den Google-internen Richtlinen waren aufgekommen, nachdem das Blog "Gawker" berichtet hatte, dass ein Mitarbeiter seine Befugnisse dazu genutzt habe, die Online-Accounts von vier Jugendlichen auszuspionieren. Auf Nachfragen zu dem Bericht räumte Google ein, dass der Techniker wegen Verstoßes gegen die Datenschutzbestimmungen entlassen wurde.
Das Vertrauen der Nutzer ist einer der wichtigsten Pfeiler des Geschäfts für Google, da es für den Aufbau seiner Datenbanken, die die Werbung steuern, darauf angewiesen ist, dass die Nutzer freiwillig Daten über sich preisgeben.








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