23.10.2020 14:38 |

Mehr Spezialisten

Polizei rüstet im Kampf gegen Cyberkriminelle auf

Rund vier Millionen Menschen in Österreich tätigen laut einer IFES-Umfrage mindestens einen Einkauf im Monat im Internet. Rund 324.000 Konsumenten sind dabei in den vergangenen zwölf Monaten Opfer eines Internet-Betrugs geworden. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) kündigte am Freitag daher die Verdoppelung der Anzahl der derzeit 300 „Cyber-Cops“ im Kampf gegen Internet-Kriminalität an.

Die gesamte Exekutive soll bis auf die Ebene der Polizeiinspektionen Cyber-fit gemacht werden, definierte Nehammer das Ziel: „Daher werden künftig IT-Themen bereits in die Polizeigrundausbildung einfließen, um ein technisches Basisverständnis zu schaffen, und auch in der Fortbildung wird der Fokus auf Cyber-Themen gelegt werden.“ Der Ressortchef kündigte außerdem den Aufbau eines Ausbildungscampus in Kooperation mit einer universitären oder fachhochschulischen Einrichtung an, um Polizistinnen und Polizisten für digitale Forensik und digitale Ermittlungen auszubilden.

Online-Käufer shoppen monatlich um 70 Euro
Laut IFES-Umfrage vom Oktober (1002 repräsentativ Befragte im Alter von 18 bis 80 Jahren) geben die rund vier Millionen monatlichen Online-Käufer im Durchschnitt 70 Euro aus. Die Schadenshöhe durch Betrug belief sich bei den meisten Betroffenen in den vergangenen zwölf Monaten auf etwa 50 Euro, bei 17 Prozent auf mehr als 200 Euro. Rund 18.000 Anzeigen wurden aufgenommen. Es werde befürchtet, dass künftig zumindest jeder zehnte Online-Shopper Opfer von Betrug werden wird, sagte Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit.

„Die steigenden Anforderungen an die Technik und die Entwicklungen der Kriminalität brauchen zeitgemäße Ermittlungsmethoden“, betonte Nehammer, der als Beispiel den Suchtmittelhandel im Darknet nannte. Hier sollen künftig Spezialisten aus dem Bereich Suchtmittel mit Darknet-Ermittlern und digitalen Finanzermittlern zusammenarbeiten. Bei einem Angriff mit Ransomware - Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und erst nach Lösegeldzahlung freigibt - auf ein Unternehmen werden mobile Unterstützungseinheiten eingerichtet, um an Ort und Stelle die IT zu sichten und Abwehrmaßnahmen zu setzen. Im Bundeskriminalamt wird es laut Nehammer eine zentrale Unterstützungseinheit für Social-Media-Ermittlungen geben.

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