Gates und Napolitano kündigten an, die Zuständigkeiten ihrer Ressorts neu festzustecken. In der Vorgängerregierung von US-Präsident George W. Bush hatte es beim Kampf gegen Cyberkriminalität oft Unstimmigkeiten zwischen den beiden Ministerien gegeben. Das nun geschlossene Abkommen stärke "Amerikas Fähigkeiten, sich vor Bedrohungen für unsere sicherheitsrelevanten und militärische Computernetzwerke zu schützen", erklärten Gates und Napolitano.
Britischer Geheimdienstchef fordert zum Handeln auf
In Großbritannien erwägt man indes, sich für den Cyber-Krieg zu rüsten. Iain Lobban, Direktor des Nachrichten- und Sicherheitsdienstes GCHQ und oberster Wächter der elektronischen Sicherheit im Königreich, forderte die Regierung laut einem am Mittwoch veröffentlichten Redeprotokoll zum Handeln auf. Die Regierung müsse sich überlegen, ob sie nicht Kapazitäten zur Cyber-Kriegsführung aufbauen wolle, um mögliche Angreifer abzuschrecken, so Lobban.
Über 1.000 gezielte E-Mail-Angriffe pro Monat
Monat für Monat liefen in den Regierungsnetzwerken über 20.000 E-Mails mit Schadcode auf. Über 1.000 dieser infizierten Nachrichten seien gezielte Angriffe auf die Informations-Infrastruktur der Behörden. Die Angriffe hätten bereits zu beachtlichen Beeinträchtigungen der Regierungssysteme geführt. Außerdem sei ein massiver Diebstahl geistigen Eigentums zu beobachten. Den Schaden für die britische Wirtschaft durch Computerverbrechen bezifferte er auf mehrere Milliarden Pfund jährlich.
Aufbau "militärischer Kapazitäten" zur Abschreckung
Die Angreifer seien nicht nur Kriminelle, sagte er. Es habe bereits einen Fall gegeben, in dem ein Land versucht habe, ein anderes durch einen Cyber-Angriff seinen Willen aufzunötigen. Um welche Länder es sich dabei handelte, sagte er nicht. Neben anderen Maßnahmen regte er an, die Regierung möge sich überlegen, ob der Aufbau militärischer Kapazitäten für einen Cyberkrieg nicht einen abschreckenden Effekt haben könnte.
Allerdings räumte er auch ein, dass dieser Abschreckungseffekt keinesfalls vergleichbar mit dem Konzept des Gleichgewichts des Schreckens sei, bei dem die Angst vor dem Vergeltungsschlag den Einsatz von Atomwaffen verhinderte. Cyberangriffe erfolgten schon jetzt jeden Tag.








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