14.09.2020 05:00 |

Böse „Sommer-Andenken“

Gehen Sie jetzt zur Hautuntersuchung!

Sonnenschäden wie der „weiße“ Hautkrebs (Basaliome und Spinaliome) sind leider deutlich im Vormarsch. Alleine in Österreich registrieren die Hautärzte jährlich bereits rund 30.000 Neuerkrankungen. Weil die Symptome unauffälliger erscheinen als beim gefürchteten Melanom und der helle Hautkrebs auch weniger gefährlich ist (nur selten Metastasen), wird er oft lange nicht bemerkt oder unterschätzt.

Häufig mit höchst unangenehmen Folgen, wie HNO-Facharzt und Gesichtschirurg Univ.-Prof. Dr. J. S. Hamzavi vom Evangelischen Krankenhaus in Wien warnt: „Wir versorgen immer mehr Patienten mit tief reichenden Hautdefekten, die sich nur noch recht kompliziert reparieren lassen!“ Unbehandelt droht beispielsweise Entstellung des Gesichtes. Dort treten nämlich vier von fünf Basaliomen auf. Ao. Univ.-Prof. Dr. Rainer Kunstfeld von der MedUni/AKH Wien: „Dieser Krebs wächst lokal zerstörend und kann die Entfernung größerer Gewebeanteile erfordern. Man sollte also mit der Therapie nicht lange warten! Das Basaliom dringt in die Tiefe vor und kann zum Beispiel den Ohrknorpel, aber sogar Nerven irreparabel schädigen.“ „Je nach Größe des Tumors und nach der befallenen Stelle führt mitunter kein Weg daran vorbei, Teile des Ohres oder der Nase zu entfernen. Denn weißer Hautkrebs kann nur chirurgisch zur Gänze saniert werden“, ergänzt Prof. Hamzavi. In jedem Fall muss ausreichend viel gesundes Gewebe entfernt werden. Prof. Hamzavi: „Das erfordert aufwändige Techniken, um gerade im Gesicht kosmetisch gute Resultate zu erzielen.“

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Grundsätzlich gilt: Je heller der Hauttyp, desto mehr Vorsicht.

DDr. Gerald Rehor, Facharzt für Dermatologie und Venerologie

Viel Leid könnte also eine fachärztliche Untersuchung unmittelbar nach dem Sommer ersparen. Denn Sonne ist beim hellen Hautkrebs der Risikofaktor Nummer 1! Vorbeugen könnte man durch vorsichtigen Umgang mit Sonneneinstrahlung und großzügiger Anwendung von Cremen mit hohem Lichtschutzfaktor. Experten wie DDr. Gerald Rehor aus Vorarlberg raten deshalb, solche Mittel selbst bei trübem Wetter und im Sommer bei kurzem Aufenthalt im Freien aufzutragen: „Kinder sollten mit eigens dafür entwickelten Spezialcremen geschützt werden.“ Wer sich jetzt zu einem Hautcheck entschließt, ist auf jeden Fall gut beraten. Dr. Rehor: „Uns Ärzten stehen modernste diagnostische Möglichkeiten wie etwa ein Ganzkörper-Scan zur Verfügung. So können wir jede Form von Hautkrebs rasch und sicher feststellen.“

Dr. med. Wolfgang Exel, Kronen Zeitung

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