12.04.2020 13:12 |

Brandneuvorstellung

Ford Kuga Vignale: So günstig ist leiser Luxus

Der neue Ford Kuga sollte eigentlich dieser Tage zu den Händlern rollen. Doch da wegen der Corona-Krise die Autohäuser geschlossen sind, wird es damit vorerst nichts. „Im 2. Quartal“ hofft man bei Ford, aber man weiß es nicht. Immerhin habe ich einen Testwagen ergattern können, den ich stellvertretend für unsere Leser Probe gefahren haben.

Was ich wirklich mag an dem Auto, ist, dass es komplett auf irgendwelche Fakes verzichtet. Kein Plastikteil gibt vor, ein Lufteinlass zu sein, und da hinten sind serienmäßig zwei echte Auspuffrohre. Keine Blenden, keine Attrappen. Allein das wäre schon ein Grund, das Auto zu kaufen, wenn es nicht an anderer Stelle total schlecht ist. Und die gute Nachricht ist: Der Ford Kuga ist nicht schlecht, ganz im Gegenteil.

Im Vergleich zum Vorgänger ist er deutlich gewachsen, 4,63 Meter ist er jetzt lang, bei einem Radstand von 2,71 Meter. Dementsprechend opulent geht es im Innenraum zu. Da sitze ich mit 1,88 Meter Körpergröße ganz hervorragend. Die Rückbank ist serienmäßig verschiebbar und geteilt umklappbar.

Günstiger Luxus
Der Testwagen ist topausgestattet, Vignale heißt die Ausführung, das ist die Luxusversion des ziemlich günstigen Kompakt-SUVs. Darauf verweisen viele Schriftzüge, es gibt Matrix-LED-Scheinwerfer, die Sensor-Heckklappe, einen aktiven Park-Assistenten, innen Bang&Olufsen-Sound, einen Digitaltacho, Navi und auch ein Head-up-Display. Das allerdings nur als Billig-Ausgabe mit Plexiglasscheibe. Das passt nicht so gut zu einer Luxusversion, genauso wenig wie das viele Plastik, das hier überall zu finden ist. Aber wenn wir auf den Preis schauen, wird das Bild stimmiger.

Ein Feature der Vignale-Ausstattung entdeckt man erst während der Fahrt: Der Kuga ist einfach wahnsinnig leise! Das kommt vom Active Noise Cancelling. Mikrofone nehmen Wind- und Motorgeräusche auf, die Elektronik erzeugt Gegenschall und löscht damit die Geräusche praktisch aus. Das Ergebnis ist beeindruckende Ruhe. Und das, obwohl man hier eigentlich einen Vierzylinder-Diesel hören müsste.

Mehrere Antriebskonzepte verfügbar
Den Kuga gibt es mit Benzin- oder Dieselmotor, mit einem Plug-in-Hybrid-Benziner sowie zum Jahresende auch als Vollhybrid. Und was ich hier unter der Haube habe, ist ein Zweiliter-Diesel mit 48-Volt Mildhybridsystem. Der Diesel liefert 150 PS und 370 Nm. Er wird unterstützt von einem kleinen Elektromotor, der als riemengetriebener Startergenerator integriert ist und bis zu 50 Nm zuschießt. Dadurch wird Antrieb richtig souverän. An der Ampel stellt sich der Motor schüttelfrei ab und startet auch so, ganz ohne Verzögerung. Ansonsten zieht er sauber von unten raus und fühlt sich stärker an, als es der Standardsprintwert vermuten lässt. 9,6 Sekunden.
Nur das Höchsttempo von 175 km/h ist erstaunlich gering. Da werden sie vor allem in Deutschland keine Freude haben.

Freude macht wiederum der Verbrauch, 6,5 l/100 km gehen für ein 1,6-Tonnen-SUV voll in Ordnung.

Gut für dynamische Fahrer
Was auch voll in Ordnung geht, ist, wie sich der Ford Kuga fährt. Wieder ein Ford, mit dem der Hersteller mit der Pflaume im Logo zeigt, dass er fahraktive Autos bauen kann.
Der Kuga liegt gut, ist auch komfortabel und die Lenkung vermittelt auch ein gutes Gefühl für die Straße. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist nur, dass sie zwar leichtgängig ist, aber recht stark zur Mitte zurückzieht. Wenn man schnell fahren will, stören trotzdem zwei Dinge: die hier im Vignale völlig seitenhaltlosen Sitze und dass man das Lenkrad nicht weit genug herausziehen kann. Dadurch ist die Sitzposition nicht ideal. Aber das mit den Sitzen ist in anderen Ausstattungsvarianten vermutlich kein Thema.

Viel Auto für relativ wenig Geld
Gut 42.000 Euro kostet der frontgetriebene Ford Kuga Vignale mit dem Mildhybrid-Diesel als Vignale. Dass für den Testwagen noch mal 5000 Euro mehr den Besitzer wechseln, liegt neben einigen anderen Optionen wie Glaspanoramadach und 20-Zoll-Alus u.a. am Fahrassistenz-Paket um 1300 Euro.

Da dabei ist unter anderem der automatische Türkantenschutz dabei, außerdem der superintelligente Tempomat. Den kann man umschalten zwischen normaler Geschwindigkeitsregelung oder Abstandstempomat. Er kann auch über die Verkehrszeichnerkennung automatisch das richtige Tempo übernehmen und man kann für das Limit auch noch einen Toleranzwert eingeben. Das geht auch, wenn man ohne Tempomat fährt und sich einfach nur drauf aufmerksam machen lassen möchte, dass man gerade ein Limit übersehen hat.

Wer das alles nicht braucht, sondern einfach ein geräumiges, günstiges, aber trotzdem nicht schwach ausgestattetes Kompakt-SUV sucht, wird in der Preisliste bei 28.700 Euro für den 120-PS-Benziner fündig. Und wenn er dann noch über die Ford-Bank finanziert, sind es nur knapp 22.000 Euro. Das ist eine echte Ansage! Und noch ein Grund mehr, den Kuga zu kaufen.

Warum?
Souveräner Antrieb
Dynamisches Fahrverhalten

Warum nicht?
Head-up-Display nur mit Plexiglasscheibe

Oder vielleicht ...
... VW Tiguan, Mazda CX-5, Seat Tarraco, Renault Koleos, Kia Sportage

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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