Mindestens 12 Tote

Spanien-Inferno: Menschen verbrannten in Autos

Ausland
10.07.2026 16:12
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Süden Spaniens hatte ein Waldbrand verheerende Folgen: Mindestens zwölf Menschen kamen ums Leben, 23 weitere gelten als vermisst. Mehrere der Opfer waren in ihren Autos gefangen, als sie von den Flammen erfasst wurden. Eine umgestürzte Stromleitung könnte den Brand ausgelöst haben.

Bei dem Waldbrand sind rund 300 Kilometer nordöstlich von Málaga, in der Gemeinde Los Gallardos, mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Allerdings kenne man die genaue Zahl der Toten nicht – es sei ein Feuer bisher nie da gewesenen Ausmaßes, sagte Bürgermeister Francisco Miguel Reyes, im Staatsfernsehen RTVE.

Einige der Opfer seien in ihren Fahrzeugen von den Flammen eingeschlossen worden und verbrannt. Etwa acht Menschen wurden RTVE zufolge verletzt, vier davon schwer.

Flucht über improvisierte Routen wurde zur Todesfalle
Der regionale Gesundheitsminister Antonio Sanz erklärte, dass die Opfer wohl nach einem alternativen Fluchtweg gesucht hätten. Ihre Entscheidung, die festgelegte Evakuierungsroute zu verlassen und einen anderen Weg über ein ausgetrocknetes Flussbett zu nehmen, wurde zur Todesfalle. Die Flammen verschlangen die Fliehenden auf ihrer Flucht.

Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen.
Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen.(Bild: AFP/Samantha DUBOIS)

In den sozialen Medien kursierten Bilder und Videos von dem schlimmen Waldbrand:

„Schmerz ist unermesslich“
Antonio Sanz sprach von einer „beispiellose Tragödie“ – es sei der Waldbrand „mit den bisher schwersten Folgen“ in Andalusien. „Der Schmerz ist unermesslich. Andalusien trauert, und unser Herz ist bei Almería und allen Betroffenen.“ Die andalusische Regierung hat eine dreitägige Staatstrauer für die Opfer des Brandes ausgerufen.

Auf Fernsehbildern waren die Ausmaße des Feuers zu erahnen: Über der waldreichen Gegend zeichneten sich die orangefarbenen Flammen in großer Breite ab. Der Brand war am Donnerstagnachmittag in einer im Küstenhinterland nordöstlich von Almería gelegenen Gemeinde ausgebrochen, wie die Regionalregierung mitteilte.

Campingplatz evakuiert
Mehr als 1000 Menschen mehrerer Ortschaften wurden evakuiert und in Notzelte in benachbarten Orten wie Mojácar gebracht. Auch ein Campingplatz, der bisher von den Flammen verschont blieb, wurde vorsorglich geräumt. 400 teils ältere Menschen seien mithilfe des Rettungsdienstes an sichere Orte gebracht worden. Nach Informationen von RTVE haben etwa 150 Feuerwehrleute die ganze Nacht über gegen die Flammen gekämpft.

Ausgelöst durch Stromleitung?
Die Ursache für das Feuer könnte eine heruntergefallene Stromleitung sein, wie Zeugen den Behörden berichteten. Die Stromleitung soll dann dann die ausgetrocknete Vegetation in Brand gesetzt und sich auf den umliegenden Wald ausgebreitet haben. Die Behörden bestätigten die Berichte der Zeugen bisher nicht.

Mehr als 50.000 Hektar zerstört
In Spanien wüten derzeit eine ganze Reihe von Waldbränden. Seit Jahresbeginn haben dort großflächige Feuer bereits mehr als 50.000 Hektar Land zerstört, wie Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) zeigen.

Spanien leidet wie auch Portugal und Frankreich derzeit unter massiver Hitze. In Teilen des Landes gilt seit Tagen die höchste Hitze-Alarmstufe. Das trockene Wetter und die hohen Temperaturen begünstigen den Ausbruch von Feuern. Auch in Frankreich und Portugal kämpfte die Feuerwehr in den vergangenen Tagen gegen mehrere schwere Brände.

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