Brand auf Recyclinghof

Ein Jahr nach Inferno steht Plan für Wiederaufbau

Tirol
10.07.2026 16:08

Der Großbrand eines Recyclinghofes in Osttirol sorgte 2025 für Aufsehen und hielt rund 1000 Feuerwehrkräfte auf Trab. Nun gab die Firma Rossbacher die Pläne für die Zukunft bekannt. Diese sind ambitioniert.

Der dreitägige Großbrand auf dem Gelände des Recyclinghofes in Nußdorf-Debant vor genau einem Jahr war wohl eine der größten Katastrophen in Tirol im Vorjahr – die „Krone“ berichtete damals ausführlich. Rund 1000 Feuerwehrkräfte standen im Einsatz, auch eine Zivilschutzwarnung wurde ausgerufen, die Rauchsäulen waren kilometerweit zu sehen. Der Schaden für die betroffene Firma Rossbacher liegt in Millionenhöhe. So brannten drei Viertel der Firmenfläche ab, 90 Prozent der bestehenden Gebäude wurden zerstört.

(Bild: BFV Kufstein)
(Bild: Obererlacher)
(Bild: Martin Oberbichler)
(Bild: Martin Oberbichler)

Ein Jahr nach dem Flammen-Inferno gab das Familienunternehmen die Pläne für den Wiederaufbau des Abfallwirtschaftszentrums in der Gemeinde Nußdorf-Debant bekannt. Aktuell läuft die Firma im provisorischen Notbetrieb, der Übergangsbetrieb soll in Kürze folgen. Insgesamt sollen bis zum Vollbetrieb Ende 2027 sieben Hallen auf dem Gelände stehen.

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Unser Ziel ist es, dadurch die Müllmenge um bis zu 60 Prozent zu reduzieren.

Lukas Rossbacher, stellvertretender Leiter der Kunststoffsortierung

Dort soll es modernste Trenn- und Sortiermaschinen geben. Auch ein unterirdischer Pump- und Löschraum wird installiert. Das Vorhaben beläuft sich auf Kosten von 41 Millionen Euro.

So soll es künftig auf dem Gelände der Firma Rossbacher aussehen.
So soll es künftig auf dem Gelände der Firma Rossbacher aussehen.(Bild: Rossbacher/Bodner und Unterluggauer)

Ein Fokus beim rund 70 Jahre alten Unternehmen liegt künftig damit auch in der Ressourcenrückgewinnung und der Vorsorge. „Gewerbeabfälle oder Sperrmüll werden nicht einfach geschreddert, sondern aussortiert. Unser Ziel ist es, dadurch die Müllmenge um bis zu 60 Prozent zu reduzieren“, erklärt Lukas Rossbacher, stellvertretender Leiter der Kunststoffsortierung. Dies reduziere Entsorgungskosten in der Verbrennung.

Vor dem Brand vor einem Jahr waren 175 Mitarbeiter beschäftigt, aktuell sind es 110. Mit der Aufnahme des Betriebs sollen etwa 25 Personen eine neue Anstellung erhalten. Diese Mitarbeiter sind für die Sortierung von Müll aus acht Bezirken zuständig – das sind 600.000 Einwohner aus Osttirol, Salzburg und Kärnten. Der Umsatz der Firma lag im Jahr 2024 bei 50 Mio. Euro.

Lithium-Batterie als Auslöser, ambitionierte Firmenziele
Ausgelöst wurde das Inferno von einer nicht fachgerecht entsorgten Lithium-Batterie. Diese erreichte eine Brandtemperatur von rund 800 Grad und war mit Wasser nicht mehr zu löschen. Eine Nahinfrarot-Sortierungsanlage soll künftig Batterien auf einem Band erkennen und Alarm schlagen. Um Kosten und bis zu 2000 Lkw von den Straßen zu nehmen, plant man eine 500 Meter lange Bahnschiene am Gelände zum Beladen. Dies soll bis 2028 umgesetzt werden.

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