Geschafft! Alexander Zverev steht erstmals im Finale von Wimbledon – als erster deutscher Mann seit Boris Becker 1995. Beim berühmtesten Tennisturnier des Jahres ließ er dem britischen Sensationsmann Arthur Fery im Semifinale keine Chance.
Mit dem Selbstvertrauen eines amtierenden French-Open-Champions beendete Zverev den märchenhaften Lauf in Wimbledon von Fery. Der Deutsche besiegte den jungen Briten im Halbfinale des Rasenklassikers am Freitag glatt in drei Sätzen 7:6(0), 6:2 und 6:4. Zverev machte damit das zweite Major-Finale in Folge klar.
Stich als letzter deutscher Wimbledon-Sieger
In Wimbledon ist der Hamburger der erste deutsche Spieler im Männer-Einzel seit Boris Becker vor 31 Jahren, der in das Endspiel einzog. Er kann sich zum ersten männlichen Sieger beim Rasenklassiker seit Michael Stich 1991 krönen, bei den Frauen hatte Angelique Kerber 2018 triumphiert.
99,999 Prozent wollten, dass Arthur gewinnt. Aber es war eine tolle Atmosphäre, ein faires Publikum, ich habe jede Sekunde genossen.
Alexander Zverev nach seinem Halbfinal-Triumph über den Briten Arthur Fery.
Gegen Sinner oder Djokovic um Wimbledon-Sieg
Beim Dreisatz-Erfolg über Fery hatte der 29-Jährige nur im ersten Satz zu kämpfen, wo er ins Tiebreak musste. In diesem zeigte der Brite Nerven und machte keinen einzigen Punkt. Das britische Publikum wurde von Minute zu MInute ruhiger, die Sätze zwei und drei waren schließlich eine klare Angelegenheit für den Paris-Champion, der nun im Finale auf Titelverteidiger Jannik Sinner trifft.
Der 23-jährige Fery, aktuell noch die Nummer 114 der Welt, verpasste es, als erster Wildcard-Spieler seit Goran Ivanisevic 2001 ins Wimbledon-Finale einzuziehen. Nach knapp zweieinhalb Stunden war sein Ausscheiden besiegelt.
Fotos vom Halbfinale:
Der Deutsche setzte dagegen sein persönliches Märchen beim bedeutendsten Tennisturnier des Jahres fort. „99,999 Prozent wollten, dass Arthur gewinnt. Aber es war eine tolle Atmosphäre, ein faires Publikum, ich habe jede Sekunde genossen“, sagte Zverev vor 15.000 Zuschauern am Centre Court.
„Es ist erstaunlich. Dieser Grand Slam war immer das, mit dem ich am meisten gekämpft habe“, sagte Zverev, „und plötzlich bin ich im Finale von Wimbledon. Ich bin unglaublich glücklich und stolz“, ergänzte Zverev, der mit seinem Aufschlag und seiner Grundlinienpower überzeugen konnte.
Zverev neue Nummer zwei im ATP-Ranking
Der 29-Jährige erreichte sein fünftes Grand-Slam-Finale, am Montag löst er den derzeit verletzten spanischen Star Carlos Alcaraz als Nummer zwei der Welt ab. Mit einem Meisterstück im Finale am Sonntag würde Zverev zum erst dritten deutschen Wimbledon-Sieger im Männer-Einzel in der Profi-Ära seit 1968 aufsteigen – neben Boris Becker (1985, 1986, 1989) und Stich (1991).
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