56.000 Aufnahmen erhielt die Schulbehörde durch die manipulierten Webcams, viele davon aus den Kinderzimmern der jugendlichen Benutzer - einige von ihnen sogar nur teilweise bekleidet. Offizielle Begründung der Schulbehörde war nach Bekanntwerden des Skandals, dass die Aufnahmen dazu dienten, Diebe zu identifizieren, da die Geräte immer wieder gestohlen würden.
Einige Tage nach dem Verschwinden seines Laptops erhielt so auch der mittlerweile 18-jährige Jalil Hasan sein Gerät zurück - was er nicht wusste, war, dass das "Sicherheitsprogramm" im Hintergrund weiterhin lief und im Lauf der Zeit 469 Fotos und 543 Screenshots an die Schulbehörde übermittelte.
In der Klage heißt es, die Bilder seien "ohne Jalils Einverständnis" gemacht worden und hätten ihn geschockt, bestürzt, verängstigt und peinlich berührt zurückgelassen. Die Reaktion der Schulbehörde lässt derweil ein echtes Einsehen vermissen: Erst als die Klage bekannt wurde, ist das Programm auf Jalils Notebook deaktiviert worden - trotz der ersten gerichtlichen Beschwerde eines Schülers. Immerhin sind zwei Administratoren, die für ebenjene Inbetriebnahme auf den Schullaptops verantwortlich waren, in bezahlten Urlaub geschickt worden. Einen Kommentar zum neuen Rechtsstreit verweigert die Behörde allerdings bisher.
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