16.03.2020 09:32 |

Datenschutz

Filesharing-Dienste: „Kostenlos“ hat seinen Preis

Foto- und Videodateien sind meist so groß, dass man sie nicht via Mail austauschen kann. Abhilfe versprechen kostenlose Filesharing-Dienste, die als Zwischenspeicher in der Cloud fungieren. Aber nicht alle Dienste halten, was sie versprechen, und auch der Datenschutz ist nicht immer zweifelsfrei garantiert, wie ein aktueller Test zeigt.

Das Prinzip des kostenlosen Filesharings ist laut Holger Bleich von der Fachzeitschrift „c‘t“, die für ihre aktuelle Ausgabe sechs solcher Dienste verglichen hat, überall ähnlich: „Der Nutzer macht seine großen Dateien einem ausgewählten Personenkreis zugänglich, indem er sie über eine Weboberfläche in die Cloud des Dienstes hochlädt.“ Entweder gibt man beim Upload Empfänger-Adressen an oder man lässt sich einen kryptischen Link generieren, der zum Download der Dateien führt.

Tücken im Detail
Grundsätzlich funktioniere diese Methode bei allen Diensten gut, die Tücken lägen eher im Detail, so Bleich. Alle sechs Dienste im Test bieten ihren Filesharing-Service zumindest in einer Basis-Version kostenfrei und ohne Registrierungspflicht an. „Das bedeutet aber nicht, dass sie keine Daten ihrer Nutzer sammeln“, gibt der Experte zu bedenken. Gibt man etwa E-Mail-Adressen von Sendern und Empfängern an, muss man davon ausgehen, dass diese in irgendeiner Datenbank landen.

Gerade wenn man den Filesharing-Dienst auch beruflich nutzt, sollte man demnach darauf achten, dass die Dateien vor dem Upload sicher verschlüsselt werden. Dann könne niemand die Daten im Zwischenspeicher einsehen. Einige Dienste böten zwar eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit Ver- und Entschlüsselung im Browser an, „doch Angaben zur Technik dahinter lassen sie vermissen“, betont der Experte.

„Viel Profiling-Potenzial“
Im Gegenzug für den kostenfreien Service akzeptiert man zudem, dass der Anbieter auf seiner Website und gegebenenfalls in den Apps Werbung einblendet, Nutzer dabei trackt oder tracken lässt sowie Plug-ins von Facebook oder Google nutzt. Bleich sieht dies kritisch: „In Verbindung mit den hochgeladenen Dateien und E-Mail-Adressen kommt viel Profiling-Potenzial zusammen.“

Die Dateien blieben nur temporär in den Clouds, ob sie wirklich unwiderruflich gelöscht würden, könne man aber nicht überprüfen. „Gerade für die geschäftliche Nutzung und den Transfer sensibler Daten lohnt ein Blick zu den ‚echten‘ Cloud-Storage-Diensten“, empfiehlt Bleich. „Einige verfügen über einen Ende-zu-Ende-verschlüsselten Upload-Speicher ohne zeitliche Speicherlimits.“

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