Schock-Statistik

Schönes Wetter erhöht den Blutzoll auf den Straßen!

Motor
10.06.2010 11:33
Lange mussten die Österreicher heuer auf den Sommer warten. Jetzt ist er da, und schon steigt die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr. Das ist kein Zufall, sagen die Experten vom ÖAMTC.

Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik zählte der Mai 2010 sogar zu den drei sonnenärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. Der lang ersehnte Wetterwechsel zu Sonnenschein und warmen Temperaturen trat rechtzeitig zum verlängerten Fronleichnamswochenende ein. 

„Leider stehen schönes Wetter und ein Anstieg bei den Verkehrsunfällen in unmittelbarem Zusammenhang, so auch in der Woche um Fronleichnam: 15 Menschen kamen in der Kalenderwoche 22 im Straßenverkehr ums Leben", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. "In der heurigen bisherigen Jahresstatistik war diese Woche besonders negativ." Bei der Gesamtentwicklung hingegen zeichnet sich heuer bei der Unfallstatistik im Jahresvergleich weiterhin ein positiver Trend ab.

Unfallstatistik im Vergleich
Heuer sind im Zeitraum von 1. Jänner bis 6. Juni 123 Personen in einem Pkw bei einem Autounfall gestorben. Im ersten Halbjahr 2009 (inkl. Juni) waren es 162 Personen. "Man kann davon ausgehen, dass es weniger schwere Autounfälle gab, weil mehr Menschen auf einen Kurzurlaub mit dem Auto verzichtet haben - sei es wetter-oder wirtschaftskrisenbedingt", sagt die ÖAMTC-Expertin.

Bei den Radfahrern dürfte der Vergleich in etwa gleich ausfallen. Bisher sind 11 Personen im Jahr 2010 bei einem Fahrradunfall verstorben (1. Halbjahr 2009: 18 Getötete). "Hier ist mit dem schönen Wetter in den kommenden Tagen noch eine negative Entwicklung zu befürchten", erklärt Seidenberger.

Bei den Fußgängern zeigt sich im Vergleich kaum ein Unterschied. Heuer haben bisher 35 Fußgänger ihr Leben bei einem Unfall im Straßenverkehr verloren, im ersten Halbjahr 2009 waren es 43 Menschen. "Bis Ende Juni 2010 wird sich das Ergebnis leider angenähert haben", sagt die Verkehrspsychologin.

Am positivsten ist derzeit die Unfallentwicklung in der Gruppe der motorisierten Zweiräder (Moped, Motorrad, Leicht- u. Kleinmotorrad). Hier gab es heuer bisher 19 Todesopfer (1. Halbjahr 2009: 41 Menschen). Die Statistik gibt allerdings nur Zahlen und vermutliche Hauptunfallursachen wieder, nicht aber, welchen Anteil die Wettersituation am Unfallgeschehen hat. "Bei Sonne steigen die allgemeinen Unfallzahlen und damit auch die Zahl derer, die bei einem Motorradunfall ihr Leben verlieren", warnt Seidenberger. (Zahlen: Statistik Austria, BMI)

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