12.08.2019 11:33 |

Reichweite verringert

Tesla wegen angeblich manipulierter Akkus verklagt

Weil Tesla per Software-Update die Reichweite älterer Fahrzeuge des Typs Model S und Model X verringert haben soll, hat ein Besitzer in den USA jetzt Klage gegen den Elektroautohersteller eingereicht. Der Vorwurf: Tesla soll die Akkus manipuliert haben, um kostspielige Rückrufe wegen defekter Akkus zu vermeiden. Von dem Fall sind potenziell Tausende Fahrzeuge des Herstellers betroffen.

Tesla hatte im Mai nach einem Fahrzeugbrand vorsichtshalber per Software-Update die Lade- und Wärmemanagementeinstellungen an besagten Fahrzeugtypen überarbeitet. Ziel laut Eigenangaben des Herstellers war es, zum weiteren Schutz der Batterie beizutragen und deren Lebensdauer zu verbessern.

Laut der am vergangenen Mittwoch bei einem nordkalifornischen Bundesgericht eingereichten Klage sollen daraufhin zahlreiche Tesla-Besitzer einen Reichweitenverlust bei ihren Fahrzeugen von bis zu 64 Kilometern bemängelt haben. Sie könnten dadurch nur noch geringere Entfernungen zurücklegen und seien dementsprechend gezwungen, häufiger aufzuladen, so der Vorwurf.

Akkus manipuliert oder nur gealtert?
Tesla selbst hatte im Juni betont, dass nur wenige Fahrzeuge von der Reichweitenreduzierung betroffen seien und beteuert, die Auswirkungen des Software-Updates zu verbessern. Zugleich hatte der Hersteller den Reichweitenverlust als typisches Anzeichen einer „Akku-Alterung“ im Rahmen des herkömmlichen Gebrauchs abgetan und darauf verwiesen, dass das Ladeverhalten von einer Vielzahl von Faktoren abhänge.

Der Tesla-Kläger bestreitet dies. Er wirft dem Hersteller vor, Kunden nicht über die potenzielle Brandgefahr bei seinen Akkus informiert zu haben und stattdessen, unter dem Deckmantel der „Sicherheit“ und der Erhöhung der „Langlebigkeit“, die Akkus per Software-Update auf betrügerische Art manipuliert zu haben, um eine Haftung zu vermeiden und sich so ein kostspieliges Reparatur- oder Austauschprogramm zu ersparen.

Fall weckt Erinnerungen an iPhone-Bremse
Der Fall weckt Erinnerungen an Apple:
Der iPhone-Hersteller war Ende 2017 in die Kritik geraten, weil er Verbraucher über Monate im Unklaren darüber gelassen hatte, dass die Leistung bestimmter iPhone-Modelle mit abgenutzten Batterien unter Umständen gedrosselt wird, um eine plötzliche Abschaltung unter voller Auslastung zu vermeiden.

Mehrere Verbraucher hatten daraufhin Klage in den USA gegen Apple eingereicht. Sie seien zum Kauf neuer iPhones verleitet worden, statt ihre bisherigen Geräte mit einem Batteriewechsel wieder fit zu machen. Apple hatte daraufhin eingelenkt und den Preis für den Austausch der iPhone-Akkus reduziert. Per Update räumte Apple betroffenen Nutzern zudem die Möglichkeit ein, die eingebaute iPhone-Drosselung selbst zu deaktivieren.

 krone.at
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