24.06.2019 10:35 |

Kryptowährung

Wieder über 11.000 Dollar: Bitcoin im Höhenrausch

Getrieben von den Facebook-Plänen einer eigenen Digitalwährung, erleben die meisten Kryptowährungen derzeit einen Höhenflug. Der Bitcoin, die älteste und bekannteste Digitalwährung, übersprang am Wochenende erstmals seit März 2018 wieder die Marke von 11.000 Dollar, nachdem sie erst wenige Stunden zuvor erstmals seit langer Zeit wieder über die Hürde von 10.000 Dollar gestiegen war.

Laut Experten wie Timo Emden von Emden Research gibt es sogar noch weiteres Kurspotenzial. „Angesichts einer derart dynamischen Rückeroberung des fünfstelligen Preisniveaus, dürfte der Krypto-Taler nicht nur Spekulanten anlocken, sondern zusehends auch institutionelle Adressen auf den Plan rufen“, schrieb Emden am Samstag in einem Marktkommentar. „Ein nicht unbedeutender Teil der Anleger hat schlichtweg Angst, etwas zu verpassen. Die Hausse nährt die Hausse.“

Warnung vor übertriebener Euphorie
Emden warnt allerdings auch vor übertriebener Euphorie und
den zunehmenden Gefahren eines Kursabsturzes. Viele Anleger blendeten derzeit die Risiken aus, so der Experte. „Die Kursrallye scheint die Sinne zu vernebeln. Die aktuellen Preisfantasien der Marktteilnehmer sorgen für hohe Volatilität am Markt. Gewinnmitnahmen und daraus resultierende kräftige Rücksetzer sind jederzeit möglich.“

Im Windschatten des Bitcoin-Höhenflugs legten auch andere Kryptowährungen wie Ether oder Bitcoin Cash weiter zu. Der Gesamtwert aller rund 2270 Kryptowährungen betrug zuletzt rund 330 Milliarden Dollar - das ist etwa dreimal so viel wie Mitte Dezember 2018, aber immer noch fast eine halbe Billion Dollar weniger als zu Spitzenzeiten Ende 2017. „Das Mainstream-Interesse an Kryptowährungen ist derzeit riesig“, so Emden.

„Spektakuläre Abstürze drohen“
Die Situation erinnere ein wenig an den Sommer und Herbst 2017 als der Bitcoin eine Tausender-Marke nach der nächsten übersprungen hatte und innerhalb weniger Monate von 2000 bis auf 20.000 Dollar stieg. „Anleger haben derzeit ein Déjà-vu-Erlebnis. Es scheint, als würde sich die Geschichte wiederholen“, sagte Emden. „Nach dem Sprung über 10.000 Dollar fließt nun das ‘große Geld‘ in den Markt, welches den Kurs schnell in noch höhere Dimensionen hieven könnte. Auf der Gegenseite drohen nun spektakuläre Abstürze.“

Der Bitcoin profitiert zusammen mit anderen Kryptowährungen vor allem vom zunehmenden Interesse großer Investoren und Unternehmen an Digitalwährungen. Zum einen gibt es immer wieder Meldungen, dass größere Investmenthäuser ihren Kunden den Handel mit Digitalwährungen ermöglichen wollen. Dazu gehört mit Fidelity einer der größten Vermögensverwalter der Welt.

Facebooks Libra beflügelt Kryptowährungen
Hinzu kommt das große Potenzial, das gegenwärtig in der von Facebook geplanten Kryptowährung namens Libra gesehen wird. In der Vorwoche hatte das soziale Netzwerk mit 2,3 Milliarden Nutzerkonten konkrete Pläne vorgestellt. Die Unterschiede zu bestehenden Kryptowährungen, insbesondere zum „Urgestein“ Bitcoin, sind allerdings groß. Die Analysten der BayernLB etwa sind der Ansicht, dass Libra im Grunde keine neue Kryptowährung ist, sondern einem Zahlungssystem wie Paypal näherkommt.

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