"Die Verbraucher sehen keinen Zusammenhang zwischen Bot-Infektionen und dem eigenen risikoreichen Verhalten", lautet die Bilanz einer im Jänner bei 3.700 Internetusern in sechs Ländern (USA, Kanada, Frankreich, Deutschland, Spanien, Großbritannien) durchgeführten Studie. 80 Prozent der E-Mail-Anwender wissen laut dieser Umfrage, dass es Bots gibt - Computerprogramme, die selbstständig Aufgaben abarbeiten. "Böse" Bots können zum Beispiel Mail-Adressen für Werbezwecke sammeln, massenhaft unautorisiert Webinhalten kopieren oder Softwarelücken systematisch ausspionieren.
50 Prozent der Nutzer öffnen Spam
Trotzdem gab die Hälfte der Anwender an, Spam geöffnet, auf einen Link im Spam geklickt, einen Spam-Anhang geöffnet bzw. auf Spam geantwortet oder weitergeleitet zu haben. Nur ein Drittel glaubt, sich damit einer Gefahr auszusetzen. Denn nur 36 Prozent der User sind der Meinung, ihr eigener Computer könnte von einem Virus befallen werden - das Mir-passiert-schon-nichts-Syndrom schlägt voll zu.
46 Prozent derjenigen, die ein Spam-E-Mail öffneten, taten dies sogar absichtlich: Ein Viertel davon wollte sich abmelden oder beim Absender beschweren, 18 Prozent "sehen, was passiert", 15 Prozent interessierten sich für das Produkt. Dabei halten sich 44 Prozent der Anwender in Bezug auf E-Mail-Sicherheit für "einigermaßen erfahren". Dazu gehören vor allem Männer und Jüngere unter 35 Jahren. Aber genau diese User öffnen Spam häufiger als alle anderen.
"Verbraucher kein hilfloser Zuschauer"
Weniger als die Hälfte der Nutzer sieht sich selbst als denjenigen, der die größte Verantwortung dafür trägt, die Verbreitung von Internetviren zu stoppen. "Der Verbraucher muss wissen, dass er kein hilfloser Zuschauer ist. Er spielt eine ganz entscheidende Rolle beim Kampf gegen Spammer, indem er sich nicht darauf einlässt und die entsprechenden E-Mails einfach nur als unerwünscht kennzeichnet", sagte MAAWG-Vorsitzender Michael O'Reirdan.
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