Mo, 20. Mai 2019
06.05.2019 11:16

Insolvenzverfahren

TV-Hersteller Loewe schlittert in neue Krise

Wenige Jahre nach einer schweren Krise steckt der deutsche Fernsehhersteller Loewe erneut in finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen im oberfränkischen Kronach hat nach 2013 zum zweiten Mal ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, wie aus einer an mehrere Medien verschickten Mitteilung hervorging.

Die Geschäfte laufen schlechter als erwartet: „Unser relevantes Marktsegment in der gehobenen Preisklasse ist im laufenden Quartal um 20 Prozent rückläufig“, erklärte Geschäftsführer Ralf Vogt. Die Löhne und Gehälter der gut 500 Beschäftigten seien in der Sanierungsphase gesichert, der Geschäftsbetrieb soll ohne Einschränkungen weiterlaufen.

Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung bedeutet, dass das Management weiter die Verantwortung innehat, allerdings unter Begleitung eines gerichtlich bestellten externen Sachwalters. Bei einer herkömmlichen Insolvenz dagegen verliert das Management die Kontrolle, stattdessen übernimmt der Insolvenzverwalter die Regie.

TV-Pionier kämpft mit übermächtiger Konkurrenz
Das 1923 gegründete Unternehmen war ein Pionier der Fernsehtechnik, hat jedoch seit langem mit der übermächtigen Konkurrenz aus Südkorea, Japan und China zu kämpfen. Geschäftsführer Vogt ist erst seit Ende Dezember im Amt. Das Management plant einen „umfassenden strukturellen und personellen Umbau der Loewe-Organisation und eine Verschlankung des gesamten Unternehmens“, wie es in der Mitteilung hieß. Welche längerfristigen Konsequenzen die Sanierung für die Mitarbeiter haben wird, blieb offen.

„Das Loewe-Management ist erst vor wenigen Wochen angetreten, die Marke und das gesamte Unternehmen wieder erfolgreich zu machen“, erklärte Vogt. „Wir mussten jetzt erkennen, dass dies schneller und konsequenter geschehen muss, als wir das noch zum Jahresbeginn angenommen hatten.“ Im Herbst 2013 hatte Loewe zum ersten Mal ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, damals die Krise jedoch mit Hilfe eines Investors überstanden.

Loewe hat japanischen Partner
Die Technik in Loewe-Produkten ist längst nicht mehr nur Made in Germany. Erst im Februar hatte Vogt eine strategische Partnerschaft mit dem japanischen Elektronikhersteller Toyoichi bekannt gegeben, der unter anderem LCD-Displays liefert. Vogt und seine Kollegen in der Loewe-Führungsetage wollen weg vom reinen Fernsehgeschäft: So soll in diesem Jahr auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin ein Home Entertainment System vorgestellt werden.

Von der einst bedeutenden deutschen Konsumgüterindustrie sind nur wenige Hersteller verblieben. Neben Loewe stellt noch Metz TV-Geräte her, seit 2015 unter Regie eines chinesischen Eigentümers.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
„Wahnsinns“-Preise
Champions-League-Finale um 2 Euro: „Ich wär blöd“
Fußball International
Neuer Nürnberg-Trainer
„Riesige Historie!“ Canadi beim „Club“ vorgestellt
Fußball International
Schwere Vorwürfe
Manipulation? Elf Spieler in Georgien festgenommen
Fußball International
Kickls Plan scheitert
Van der Bellen verhindert Goldgruber-Beförderung
Österreich
Machtwort von Hofer:
Strache wird nicht Wiener FPÖ-Chef
Wien
Hoppala bei Feier
Ronaldo-Bub kriegt Meisterschaftspokal ins Gesicht
Fußball International

Newsletter