Wirtschaft im Euroraum

Nahost-Konflikt wirft Kampf gegen Inflation zurück

Wirtschaft
10.07.2026 17:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die jüngste militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran wirft die Europäische Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die hohe Inflation zurück. Das sagte das griechische Ratsmitglied Yannis Stournaras am Freitag. „Wir stehen also wieder am Anfang.“

„Das verdeutlicht, wie unsicher und schwankungsanfällig die Lage im Nahen Osten ist“, sagte er weiter. Es sei auch ein Beleg für die Unsicherheit hinsichtlich der Inflationsprognosen. Das gelte ebenso für die Herausforderungen, mit denen sich die Geldpolitik konfrontiert sehe. Die EZB erhöhte wegen der stark gestiegenen Inflation infolge des Iran-Kriegs auf der Juni-Sitzung erstmals seit fast drei Jahren ihren Leitzins. Der Einlagensatz wurde um einen Viertelpunkt auf 2,25 Prozent angehoben. Über diese geldpolitische Stellschraube steuert die EZB maßgeblich ihre Geldpolitik.

Im Juni lag die Inflation im Euroraum bei 2,8 Prozent. Im Mai war sie aufgrund des Energiepreisschocks auf 3,2 Prozent nach oben geschnellt und lag damit weit über dem Stabilitätsziel der EZB von zwei Prozent.

Entwicklung des Ölpreises unklar
Die jüngste Eskalation zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise wieder nach oben katapultiert. „Nach den jüngsten gegenseitigen Angriffen in der Golfregion und der Aufkündigung der Waffenruhe durch US-Präsident Donald Trump ist der Brentöl-Preis innerhalb von zwei Tagen um mehr als zehn Prozent gestiegen“, sagte Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Trotzdem sei der Preis immer noch niedriger als zwischen März und Mai. Dies spreche dafür, dass die meisten Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer die jüngsten Ereignisse eher als temporäre Störung einstuften und mit einer Fortsetzung der Gespräche rechnen, sagte Lambrecht.

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Der Markt scheint die jüngsten Spannungen zwischen den USA und dem Iran eher als Belastung für den Waffenstillstandsprozess zu sehen.

Warren Patterson, Rohstoffstratege

Tatsächlich kündigte US-Präsident Donald Trump am Freitagnachmittag an, dass die Verhandlungen mit dem Iran fortgesetzt würden. Damit dürften die Ölpreise wieder sinken. „Der Markt scheint die jüngsten Spannungen zwischen den USA und dem Iran eher als Belastung für den Waffenstillstandsprozess denn als vollständigen Zusammenbruch zu sehen“, sagte auch Warren Patterson, Rohstoffstratege der ING Groep in Singapur. Die Berichte über die anhaltenden Gespräche zwischen Washington und Teheran würden helfen, den Markt zu beruhigen.

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