14.04.2019 11:58 |

400.000 Opfer

Hacker-Duo kaperte PCs, um Kryptogeld zu schürfen

Auf lange Haftstrafen können sich zwei rumänische Hacker in den USA einstellen. Sie sollen vor über zehn Jahren damit begonnen haben, im großen Stil Computer mit Viren zu infizieren, um Bank- und Kreditkartendaten für den Verkauf im Darknet abzugreifen und die Rechner Kryptogeld schürfen zu lassen. 400.000 Opfer soll es gegeben haben, der Schaden in die Millionen gehen. Ein US-Gericht hat die Männer schuldig gesprochen, das Urteil soll im August verkündet werden.

Bogdan N. (36) und Radu M. (37), die jahrelang von Bukarest aus operierten, wurden vor drei Jahren an die USA ausgeliefert. Dort wurden sie wegen Überweisungsbetrug, Verschwörung zur Fälschung von Dienstleistungen, Identitätsraub und Geldwäsche angeklagt. Wie das IT-Portal „The Next Web“ berichtet, wurden die beiden Männer nun von einem Gericht schuldig gesprochen. Sie zeigten sich bei der Verhandlung geständig. Das Urteil soll im August verkündet werden.

Zahlungsdaten und Kryptogeld im Visier
Die beiden Rumänen hatten 2007 damit begonnen, Internetnutzern selbst geschriebene Malware unterzujubeln. Dafür nutzten sie gefälschte Mails von scheinbar legitimen Quellen: Manche ihrer verseuchten Mails ließen sie so aussehen, als stammten diese von einem Antivirenanbieter. Auch mit infizierten Kleinanzeigen auf eBay und anderen Plattformen sollen die beiden Männer PCs verseucht haben. Über die Jahre sollen sie rund 400.000 Computer infiziert haben, den Großteil davon in den USA. Die verseuchten PCs lotsten die User beim Aufruf von Websites wie Paypal auf gefälschte Abbilder der Seiten, die für die Cyberkriminellen ein steter Quell von Zahlungsdaten waren.

Ergaunertes Geld wurde in Infrastruktur gesteckt
Die erbeuteten Kreditkartennummern nutzten sie, um ihre Operationen zu finanzieren, mieteten damit Server an und kauften VPN-Dienstleistungen ein. Später sollen die beiden Hacker auch damit begonnen haben, die infizierten Computer ihrer Opfer für die Erzeugung von Kryptogeld anzuzapfen. Dabei wird die Rechenkraft der Rechner ausgenutzt, um komplexe Rechenaufgaben zu lösen, an deren Ende virtuelles Geld wie der Bitcoin herauskommt. Den Strom zahlten die Opfer, die Erlöse sackten die beiden Cyberkriminellen ein.

FBI und rumänische Polizei schnappten Duo
2016 wurden die beiden nach Ermittlungen der rumänischen Polizei in Kooperation mit der US-Bundespolizei FBI geschnappt und - die meisten Opfer befinden sich in den USA - an die USA ausgeliefert. Das US-Justizministerium spricht von Schäden in Millionenhöhe und hat das „Bayrob Group“ getaufte Duo wegen zahlreicher Cybercrime-Vergehen angeklagt. Die beiden Rumänen zeigten sich geständig und wurden nach einem rund zweiwöchigen Prozess schuldig gesprochen. Der Urteilsspruch vor einem Gericht im US-Bundesstaat Ohio ist für 14. August angesetzt.

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