Di, 26. März 2019
13.03.2019 09:11

„Eigene Standards“

Deutschland gibt USA in Streit um Huawei Konter

Nach der Drohung der USA mit Konsequenzen bei einer Beteiligung des chinesischen Huawei-Konzerns am 5G-Ausbau in Deutschland hat Kanzlerin Angela Merkel die Souveränität Deutschlands bei der Definition von Sicherheitsstandards betont. Sicherheit im digitalen Bereich sei „ein sehr hohes Gut“, sagte Merkel am Dienstag in Berlin. „Deshalb definieren wir für uns unsere Standards.“

„Wir werden natürlich über diese Fragen mit unseren Partnern sowohl in Europa als auch mit den entsprechenden Stellen in den Vereinigten Staaten von Amerika sprechen“, fügte Merkel nach einem Treffen mit dem belgischen Premierminister Charles Michel hinzu. Der belgische Regierungschef sagte, es dürfe „keine feindseligen Akte gegen die geo- und sicherheitspolitischen Interessen Europas“ geben.

USA drohen mit Einschränkungen in Geheimdienstzusammenarbeit
Die US-Regierung hatte am Montag in der Debatte über eine Huawei-Beteiligung beim Aufbau des neuen Mobilfunkstandards 5G der deutschen Regierung mit Einschränkungen in der Geheimdienstzusammenarbeit gedroht. Sollte Berlin auf „unzuverlässige“ Partner setzen, könne dies „in Zukunft die reibungslose Zusammenarbeit und den Austausch einiger Informationen gefährden“, hieß es aus der US-Botschaft in Berlin.

Die USA befürchten Spionage- und Sabotageaktivitäten durch Huawei. Angeheizt werden solche Befürchtungen durch ein chinesisches Gesetz, das Unternehmen zur Zusammenarbeit mit Peking verpflichtet, wenn es um die nationale Sicherheit geht.

Deutschland will Huawei trotz Spionagevorwürfen der USA nicht ausschließen
In Deutschland soll der chinesische Netzausrüster allerdings nicht von vornherein vom 5G-Aufbau ausgeschlossen werden, wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier am vergangenen Donnerstag sagte. Allerdings müsse im Interesse des Datenschutzes gewährleistet sein, „dass jedes Produkt, das eingebaut wird, aus den USA, aus Europa und aus China, auch sicher ist und dass dadurch nicht unerlaubte Dinge geschehen, die bei uns in Deutschland strafbar wären“.

Huawei gehört zu den weltweit führenden Telekommunikationsausrüstern, unter anderem für den Aufbau von 5G-Mobilfunknetzen. Der Konzern verwahrte sich am Dienstag gegen eine politische Einmischung durch die USA. „Meiner Meinung nach sollte ein Land nicht seine politische Macht einsetzen, um einem kommerziellen Unternehmen zu schaden“, sagte Westeuropa-Chef und Vorstandsmitglied Vincent Pang dem „Handelsblatt“.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
EM-Qualifikation
Portugal nur 1:1 ++Sorge um verletzten Ronaldo
Fußball International
Spiel lange offen
Österreichs U21 unterliegt Spanien in EM-Test 0:3!
Fußball International
Mächtiger Seitenhieb
Klinsmann: „Herzog der Richtige“ für den ÖFB!
Fußball International
Nach 2:4 in Israel
Foda will nach Schockpleite erst mal Ruhe bewahren
Fußball International
Vorfall veröffentlicht
Berufsfahrer als „Fluchthelfer“ missbraucht
Oberösterreich
„Bis zum Rücken“
„Oranje“-Coach Koeman reißt gegen DFB-Elf die Hose
Fußball International

Newsletter