Do, 21. März 2019
13.03.2019 14:54

Eklat bei Amazon

Neuen Core i5 gekauft, Pentium 4 von 2006 gekriegt

Eklat beim Online-Händler Amazon: Dem Käufer eines vermeintlich nagelneuen Core i5 der neunten Generation wurde vom E-Commerce-Giganten ein 13 Jahre alter Pentium 4 zugestellt. Ein Betrüger hatte sich an dem Prozessor zu schaffen gemacht und ihn Amazon erfolgreich untergejubelt. Der Online-Händler hat sich entschuldigt.

Wer für fast 300 Euro einen neuen Core-i5-Chip von Intel bestellt, darf eigentlich Neuware erwarten. Davon ging auch Emmerich S. aus, der Ende Jänner auf Amazon Hardware orderte, um sich einen neuen PC zusammenzubauen. Als Prozessor bestellte er Intels Core i5-9600K mit sechs Rechenkernen. Doch der Chip, der ihm zugeschickt wurde, passte nicht aufs zuvor besorgte Mainboard. Das kam dem Käufer spanisch vor, weshalb er sich ans Computermagazin „c’t“ wandte.

Dort nahm man den in Originalverpackung ausgelieferten Chip unter die Lupe und kam einem Schwindel auf die Schliche. Bei dem Prozessor handelte es sich nämlich mitnichten um den neuen i5-Prozessor, sondern um einen 13 Jahre alten Pentium 4. Die Originalbeschriftung hatte jemand mit großer Sorgfalt abgeschliffen, eine bedruckte Folie mit der aktuellen Typenaufschrift ließ den Chip wie einen neuen Core i5 erscheinen. Erst die nicht zum aktuellen Sockel LGA-1151v2 kompatiblen Pins an der Unterseite entlarvten den Schwindel.

Kunde retournierte falschen Core i5
Tatsächlich war die Fälschung so täuschend echt, dass auch Amazon darauf hereingefallen zu sein scheint. Nach Rückfrage durch „c’t“ forschte der Online-Händler nach und schilderte, wie es zum Versand des Pentium 4 kommen konnte. Demnach hatte ein Amazon-Kunde zuvor einen Core i5-9600K bestellt, diesen aber retourniert. Der retournierte Prozessor ging durch die Amazon-Qualitätskontrolle, wo man den Schwindel nicht bemerkte, und wurde dann weiterverkauft.

Offenbar ist also zuerst Amazon Opfer eines Betrügers geworden, und dann der nächste Amazon-Kunde. Der Online-Händler hat sich für den Fauxpas entschuldigt und den Kunden, der den Pentium 4 als Core i5 ausgegeben hat, gesperrt. Dem Käufer des Prozessors hat man den Kaufpreis erstattet und ihn mit einem 50-Euro-Gutschein sowie einem RAM-Riegel für seinen neuen PC entschädigt. Dass er bei seiner Erstbestellung statt Neuware einen zuvor offenbar retournierten Chip erhalten hat, hinterlässt aber wohl einen schalen Beigeschmack.

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