20.01.2019 15:54 |

Plastik für den Papst

PVC-Helme aus 3D-Drucker für Schweizer Garde

Seit mehr als 500 Jahren kümmert sich die Schweizer Garde um die Sicherheit des Papstes. Obwohl im Hintergrund modernste Technik genutzt wird, treten die Leibwächter des Pontifex bei repräsentativen Anlässen immer noch in ihren mittelalterlichen Rüstungen in Erscheinung - inklusive zwei Kilo schwerem Stahlhelm. Nun soll die Last auf den Köpfen der Schweizer Söldner im Vatikan geringer werden: Der Stahlhelm wird durch einen PVC-Helm aus dem 3D-Drucker ersetzt.

Die mittelalterlichen Rüstungen der Schweizer Gardisten werden in Österreich hangeschmiedet - so wie bis heute auch der Strahlhelm. Wie das Schweizer News-Portal „swissinfo“ berichtet, soll sich das nun allerdings ändern. Der Helm der Gardisten wird künftig nicht mehr aus Stahl, sondern aus PVC-Plastik gemacht und nicht mehr geschmiedet, sondern 3D-gedruckt.

Schweizer Firma druckt Helm an einem Tag
Gedruckt werden die neuen PVC-Helme beim Schweizer Unternehmen 3d-prototyp GmbH des Unternehmers Marcus Risi. Zuvor wurden die Stahlhelme 3D-gescannt und genau analysiert, auf Basis der digitalen Vorlagen erstellen Risis 3D-Drucker dann Schicht für Schicht aus PVC die neuen Helme. Größter Vorteil für die Gardisten: Die Helme wiegen nur mehr ein halbes statt zwei Kilo. Außerdem haben die neuen Plastikhelme ein Belüftungssystem und bieten besseren UV-Schutz.

Billig sind die Plastikhelme nicht. Pro Stück fallen Kosten von 900 bis 1000 Schweizer Franken an - umgerechnet rund 800 bis 900 Euro. Dafür erfolgt die Herstellung umso flotter. Brauchte es rund 130 Stunden Handarbeit, um einen originalen Gardistenhelm aus Stahl zu schmieden, wird ein PVC-Helm aus dem 3D-Drucker an nur einem Tag fertig - nur gut ein Sechstel der Zeit.

Alle Gardisten werden PVC-Helm erhalten
Die neuen Helme aus Stans unweit von Luzern wurden vom Vatikan für alle Gardisten angefordert, die Lieferung soll noch 2019 abgeschlossen werden. Die ersten 98 Helme werden bereits am Dienstag in den Vatikan geliefert. Finanziert hat man die neuen Helme mit Spenden.

Die Schweizer Garde stellt seit dem Jahr 1506 die Leibwache des Papstes. In diesem Jahr kamen erstmals Söldner aus der neutralen Schweiz nach Rom in den Dienst von Pontifex Julius dem Zweiten. Die Schweizer Garde ist 110 Mann stark und setzt sich ausschließlich aus alleinstehenden Schweizern im Alter zwischen 19 und 30 Jahren zusammen. Alle sind römisch-katholisch.

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