Neuer Spitalsvertrag

So viele steirische Patienten kommen jetzt nach OÖ

Steiermark
30.07.2026 05:00

Österreichweit als Vorzeigemodell gefeiert, in den betroffenen Bundesländern mitunter stark kritisiert: Seit April besteht eine offizielle Kooperation zwischen der Steiermark und Oberösterreich, wodurch mehr steirische Patienten in Bad Ischl versorgt werden. Das ist die erste Bilanz.

Von Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) bis zum steirischen LKH-Vorstandschef Gerhard Stark: Für die Spitalskooperation zwischen den Bundesländern Steiermark und Oberösterreich gab es viel Lob als wegweisendes Modell. Nachdem die kleine Chirurgie im LKH Bad Aussee Ende März geschlossen wurde, trat der Vertrag mit der Klinik in Bad Ischl in Kraft. Sie verpflichtet sich, steirische Patienten in den Fächern Chirurgie und Innere Medizin aufzunehmen. Dafür gibt es Geld aus der Steiermark, budgetiert sind vorerst 3,8 Millionen Euro pro Jahr.

In beiden Bundesländern gab es Kritik, vor allem von der SPÖ. In Oberösterreich wurde befürchtet, dass einheimische Patienten keinen Platz mehr bekommen. In der Steiermark wird eine ungesunde Abhängigkeit vom Nachbarn gesehen, gerade weil der Vertrag jährlich kündbar ist. 

Trotzdem hat die Steiermark mittlerweile eine weitere Kooperation mit Salzburg, konkret zwischen den Kliniken in Schladming und Schwarzach, abgeschlossen. Hier geht es um die Geburtshilfe, denn diese Abteilung wird in Schladming geschlossen.

Circa 30 steirische Patienten pro Monat mehr
Auf Anfrage der „Krone“ legt der steirische Gesundheitsfonds mit Geschäftsführer Michael Koren nun eine erste Bilanz zur Kooperation mit Oberösterreich vor – schränkt aber gleich ein, dass es „für eine fundierte Beurteilung von veränderten Patientenströmen und Versorgungswirksamkeit ein viel zu kurzer Zeitraum ist“. Dafür sei mindestens ein Jahr notwendig. Im stationären Bereich wurden bisher in der Chirurgie sechs steirische Fälle mehr pro Monat verzeichnet, in der Orthopädie und Traumatologie waren es neun, in der Inneren Medizin 14 Fälle zusätzlich.

Damit befindet man sich im Rahmen des Erwarteten. Denn schon bisher wurden circa 300 steirische Patienten pro Jahr in Bad Ischl aufgenommen, gerechnet wird mit einer Verdoppelung. In den Ambulanzen gab es bisher übrigens keine Steigerungen. 

Höhere Frequenz im LKH Rottenmann
Und in der Steiermark? Nun, in Bad Aussee wurden seit April sogar 14 Prozent mehr Patienten ambulant behandelt. Hier hat ja jetzt eine internistische Ambulanz rund um die Uhr geöffnet. Im LKH Rottenmann gab es ein Plus in der Chirurgie von elf Prozent (stationär und ambulant), in der Inneren Medizin betrug die Zunahme drei Prozent im stationären und elf Prozent im ambulanten Bereich. 

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