Freizügig im WWW

Österreichs Jugend geht mit Daten im Netz leichtsinnig um

Web
08.02.2010 15:10
Österreichs Jugend geht mit privaten Daten im Internet bzw. in sozialen Netzwerken wie Facebook sehr leichtsinnig um. Laut einer Studie des Instituts für Jugendkulturforschung kennen sich nur 14 Prozent der User im Alter zwischen elf und 19 Jahren sehr gut mit Sicherheitseinstellung zum Schutz der Privatsphäre aus. Gleichzeitig erlauben knapp 35 Prozent der jungen Surfer allen Mitgliedern der jeweiligen Communitys, ihr Profil einzusehen.

Jugendlichen sei oft nicht bewusst, dass ihnen Einträge später einmal zum Verhängnis werden könnten, betonte Bernhard Jungwirth von der Initiative Saferinternet.at, welche die Umfrage in Auftrag gegeben hat, am Montag. Trotz der Wissensmängel gebe es aber ein höheres Bewusstsein in Sachen Datenschutz. So seien sich 60 Prozent der insgesamt 402 Befragten eher oder gar nicht sicher, ob ihre persönlichen Informationen nicht an die Öffentlichkeit gelangen könnten. Außerdem gab mehr als die Hälfte an, dass eine Veröffentlichung sämtlicher Postings "ganz schön unangenehm für mich" wäre.

Jeder dritte Jugendliche mit Negativerfahrungen
Von negativen Erfahrungen wüssten die Unter-20-Jährigen jedenfalls genügend zu berichten. Jeder dritte Internetnutzer sprachen von Beschimpfungen von Freunden, je rund 23 Prozent von "blöder Anmache" oder der Verbreitung von Unwahrheiten über die eigene Person. Auch gehackte Profile, Diebstähle von Onlineidentitäten - also das Anmelden unter falschem Namen - oder das Hochladen unangenehmer Fotos gehören laut Umfrage zu den problematischen Erlebnisse im virtuellen Raum.

Angesichts des geringen Risikobewusstseins müsse das Thema Medienkompetenz fest in den Lehrplänen verankert werden, zudem seien auch Internetplattformen dazu angehalten, Standardeinstellungen sicherer zu gestalten und bei etwaigem Missbrauch, schneller zu reagieren, erklärte Gregor König von der österreichischen Datenschutzkommission. "Einmal bekannt gegebene Daten sind im WWW schwer wieder zu entfernen", warnte König. Dabei gehe es nicht immer gleich um die Kontonummer, hingegen würden Adresse oder Telefonnummer sehr leichtfertig angegeben.

"Netz vergisst nicht"
"Das Internet vergisst nicht", riet auch Gerhard Göschl, Sicherheitssprecher von Microsoft Österreich, vom Posten freizügiger Fotos oder unbedachter Blogeinträge ab. Diese könnten im späteren Leben schaden. Gemeinsam mit Saferinternet.at und dem Bundeskanzleramt hat der Softwareentwickler Unterrichtsmaterialien mit dem Motto "Erst denken, dann klicken" ausgearbeitet.

Die Sicherheit im Internet steht auch im Mittelpunkt des mittlerweile siebenten "Safer Internet Day", der am Dienstag in vielen europäischen Ländern über die Bühne geht.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Web
08.02.2010 15:10
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt