Eher dünn und „weiß“

Körperideal der Modewelt hat sich kaum verändert

Ausland
11.06.2026 08:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

In der Modewelt sind heute zwar mehr unterschiedliche Modeltypen zu sehen als früher. Am grundlegenden Schönheitsideal hat sich in den vergangenen 25 Jahren aber kaum etwas geändert. 

Ein Forschungsteam um Louis Boucherie wertete 793.199 Bilder aus den Jahren 2000 bis 2024 aus – darunter Aufnahmen von Modeschauen, Werbungen, Magazin-Covern und redaktionellen Beiträgen aus aller Welt. Die Analyse zeigte: Die Vielfalt bei weiblichen Models hat zwar zugenommen, das Ideal bleibt aber weiterhin überwiegend „weiß“ und im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung eher dünn.

„Vielfalt an Körpergrößen“ gewachsen
„Natürlich gibt es seit geraumer Zeit eine starke Bewegung, die eine größere Vielfalt an Körpergrößen fordert“, sagte Katharina Ledebur vom Complexity Science Hub Wien. Viele Marken hätten deshalb vielfältigere Models engagiert. Die Daten zeigten aber: „Es ist eine symbolische Veränderung, aber keine strukturelle.“

Abweichende Körperformen wie auch Ethnizität prägen oft gleichzeitig einzelne Personen – und ...
Abweichende Körperformen wie auch Ethnizität prägen oft gleichzeitig einzelne Personen – und sind damit nicht unabhängig voneinander weitverbreitet.(Bild: puhhha - stock.adobe.com)

Selbst Plus-Size eher durchschnitt
Besonders deutlich wird die Lücke zwischen Modewelt und Alltag in den USA. Selbst Plus-Size-Models liegen laut Studie im Schnitt „noch knapp unter den Körpermaßen der durchschnittlichen US-Amerikanerin“, so Ledebur. Auch bei der ethnischen Vielfalt fällt das Ergebnis gemischt aus: Der Anteil nicht-weißer Models stieg zwar von rund 13 Prozent im Jahr 2011 auf mehr als 40 Prozent. Allerdings sind nicht-weiße Models deutlich häufiger zugleich in der Plus-Size-Kategorie vertreten.

Bei männlichen Models fanden die Forschenden noch weniger Veränderung. „Männliche Models sind im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung nach wie vor deutlich schlanker und muskulöser, und es ist keine nennenswerte Erweiterung der dargestellten Körpertypen zu erkennen“, heißt es in der Studie. Warum sich das Körperideal in der Modebranche so hartnäckig hält, ist nicht sicher.

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