Mi, 21. November 2018

Unverträglichkeiten

21.10.2018 06:00

Wenn Nahrungsmittel krank machen

Ständig Durchfall und Blähungen nach dem Genuss bestimmter Lebensmittel? Hinter diesen Beschwerden kann eine Unverträglichkeit  von Milch-, Fruchtzucker, Histamin oder Getreide stecken.    

Es handelt sich hierbei nicht um eine Nahrungsmittelallergie, sondern um eine Intoleranz: Allergien sind von der Dosis unabhängig, bei Unverträglichkeiten treten Beschwerden oft erst beim Konsum größerer Mengen auf. Die häufigsten Unverträglichkeiten:

Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit)
In Österreich sind etwa 20 Prozent der Erwachsenen betroffen. Ursache ist ein Enzymmangel (Laktase). Dabei gelangt Milchzucker in unverdaubarer Form in den Dickdarm. Es kommt zu Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall. Die Therapie erfolgt einerseits durch Diät, indem man alle Lebensmittel, die Milchzucker enthalten, meidet oder auf laktosereduzierte bzw. laktosefreie Produkte zurückgreift. Andererseits gibt es die Möglichkeit, das Enzym Laktase zu ersetzen.

Fruchtzuckerunverträglichkeit (Fruktosemalabsorption)
Der in zu hohen Mengen verzehrte Fruchtzucker kann nur zum Teil im Dünndarm aufgenommen, werden. Grund ist eine übermäßige Zufuhr von Fruchtzucker durch Obst oder andere Lebensmittel, denen diese Süße zugesetzt wird. Der Dünndarm ist überlastet und die Fruktose gelangt unverdaut in den Dickdarm. Dort löst sie Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfall aus. Die Zufuhr von fruktosehaltigen Lebensmitteln (v. a. Obst) einschränken, bis die individuell verträgliche Menge gefunden wird. Alternativ kann man auch mit strenger Diät beginnen, bei der alle fruktosehaltigen Nahrungsmittel gemieden werden, um diese nach einigen Wochen wieder langsam zuzuführen.

Glutenunverträglichkeit
Bei Zöliakie-Patienten kommt es durch das Klebereiweiß Gluten, das in bestimmten Getreidesorten (Weizen, Roggen, Hafer) vorkommt, im Dünndarm zu einer Immunreaktion. Die Dünndarmschleimhaut wird dadurch geschädigt. Nährstoffe können nicht gut aufgenommen werden. „Die Standardtherapie besteht in einer glutenfreien Diät. Bei striktem Einhalten verschwinden die Beschwerden meist innerhalb eines Monats. Bis sich die geschädigte Schleimhaut erholt hat, dauert es bis zu zwei Jahre“, erklärt A.o. Univ.-Prof. Dr. Heinz Hammer, MedUni Graz.

Histaminintoleranz
Durch den Mangel des Enzyms DAO wird aufgenommenes Histamin im Körper deutlich langsamer abgebaut. Das führt zu allergieähnlichen Reaktionen wie z. B. Durchfall, Bauchweh, Blähungen, Kopfschmerzen, Juckreiz und Quaddelbildung, Atembeschwerden, Übelkeit, Herzklopfen, Schwindel, rinnende oder verstopfte Nase. Histaminhaltige Lebensmittel (etwa lang gereifter Käse, Rotwein und Dauerwurst, aber auch Paradeiser und Schokolade) meiden. Antihistaminika lindern die Symptome. Zudem gibt es die Möglichkeit einer „Enzymersatztherapie“. Dabei wird DAO über Kapseln zugeführt.

Karin Rohrer-Schausberger, Kronen Zeitung

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