Mo, 12. November 2018

Kommunikation gekappt

15.10.2018 10:44

Ecuador will Assange wieder ins Internet lassen

Ecuadors Regierung hat sich bereit erklärt, WikiLeaks-Gründer Julian Assange von seinem Botschaftsexil in London aus wieder mit der Außenwelt kommunizieren zu lassen. Die Regierung habe Assange mitgeteilt, „dass es die gegen ihn errichtete Isolationsherrschaft beseitigen wird“, erklärte WikiLeaks am Sonntag. Der Entscheidung seien Treffen zwischen zwei hochrangigen UN-Vertretern mit Ecuadors Präsident Lenin Moreno vorausgegangen.

Ecuadors Botschaft hatte Assange im März sämtliche Kommunikationsmittel gesperrt. Damit sollte verhindert werden, dass der WikiLeaks-Gründer sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einmische, hieß es damals zur Begründung. Assange hatte zuvor via Twitter die britischen Schuldzuweisungen gegenüber Russland im Fall Skripal infrage gestellt. Auch die Festnahme des ehemaligen katalanischen Regierungspräsidenten Carles Puigdemont in Deutschland hatte er kritisiert.

Seit sechs Jahren in Botschaft
Assange war 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflohen, um einer Auslieferung an Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Die Stockholmer Staatsanwaltschaft legte den Fall vergangenes Jahr zu den Akten. Allerdings besteht nach wie vor ein britischer Haftbefehl, weil Assange 2010 gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben soll.

Assange droht Auslieferung wegen Geheimnisverrats
Der Australier befürchtet, an die USA überstellt zu werden, wo ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats und womöglich sogar die Todesstrafe droht. Die von ihm mitgegründete Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte 2010 geheime Dokumente des US-Militärs veröffentlicht.

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