29.09.2018 06:00 |

Humane Papilloma Viren

Impfmythen im Check

Dass die HPV-Impfung das Risiko für Gebärmutterhalskrebs verringert, wird mittlerweile durch zahlreiche Studien belegt. Dennoch sind noch viele Fragen offen, die oft zu großer Unsicherheit führen. 

Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Facharzt für Klinische Mikrobiologie u. Hygiene sowie für spezifische Prophylaxe u. Tropenmedizin beantwortet Fragen zum Thema Humane Papilloma Viren (HPV), die immer wieder im Gespräch sind.

Wie sicher ist die Impfung? Gibt es Risiken?
Bisher wurden weltweit mehr als eine halbe Milliarde Dosen abgegeben. Die Gesundheitsbehörden führen regelmäßige Sicherheitsbewertungen durch und bestätigen die gute Verträglichkeit. Es konnte kein zusätzliches Impfrisiko beobachtet werden. Hier gibt es klare Statements von WHO sowie allen großen internationalen Gremien. Der Impfstoff besteht aus leeren Virushüllen und ist somit nicht infektiös.

Sollen nur junge Leute geschützt werden?
HPV wird vorwiegend durch Geschlechtsverkehr übertragen. Idealerweise sollte die Impfung möglichst früh vor Beginn der sexuellen Aktivität erfolgen, da eine HPV-Infektion dann noch selten stattgefunden hat. Die Immunisierung wird daher für Mädchen und Buben ab dem 9. Geburtstag empfohlen und ist im Rahmen des Kinderimpfprogrammes kostenlos erhältlich.

Prinzipiell gibt es keine Altersbegrenzung. Mit den Lebensjahren steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung und sinkt somit die Wirksamkeit. In der dritten Lebensdekade ist eine Impfung durchaus noch empfehlenswert. Im höheren Alter macht sie hingegen kaum mehr Sinn, da der Zeitraum zwischen Infektion und Ausbruch 25 bis 30 Jahre betragen kann. Zu erwähnen ist noch, dass hinsichtlich der Strategie, sowohl Mädchen als auch Buben impfen zu lassen, Österreich eine Vorreiterrolle einnimmt. Männer sind Träger sowie Überträger, und da neben Gebärmutterhalskrebs auch Karzinome im Mund- sowie Rachenraum oder After zunehmen, ebenfalls betroffen.

Wird jetzt nur noch der 9-fach-Wirkstoff verwendet?
Im Rahmen des kostenlosen Kinderimpfprogrammes kommt nur noch der 9-fach-Wirkstoff zur Anwendung. Wer schon den 4-fach-Impfstoff erhalten hat, kann durch eine Immunisierung mit dem 9-fach-Wirkstoff - dazu sind alle Teilimpfungen nötig - seinen Schutz vor den HP-Viren von 70 auf 90 Prozent steigern. Die nächste Impfstoffgeneration wird sogar alle Virenarten abdecken. Daran arbeiten Wissenschafter gerade.

Gibt es Kontraindikationen? Besteht bei Schwangerschaft ein Risiko?
Liegt eine Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe vor, sollte keine Impfung erfolgen. Bei fieberhaften Erkrankungen wird diese aufgeschoben, bis man wieder gesund ist. Eine Schwangerschaft sollte ebenfalls abgewartet werden. Da man jedoch nur inaktive Viren einsetzt, besteht grundsätzlich kein Risiko.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Bisher gibt es außerhalb des kostenfreien Kinderimpfprogrammes keine Deckung durch die Kassen.

Mag. Regina Modl, Kronen Zeitung

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