30.09.2018 06:00 |

Erste „Sexpille“

Aus Zufall potent

Wie die Nebenwirkung eines Medikamentes die Sexualität revolutionierte:  20 Jahre ist es nun her, dass die erste Tablette gegen Erektionsstörungen in Österreich auf den Markt kam. Und wie so oft spielte der Zufall eine Rolle.

Eigentlich arbeiteten Forscher Ende der 1980er-Jahre an der Entwicklung eines Herzmittels. Sie wunderten sich aber, als einige männliche Studienteilnehmer übrig gebliebene Tabletten nicht zurückgeben wollten. Diese hatten nämlich eine Nebenwirkung, welche die Testpersonen offenbar in freudige Überraschung versetzte: Die Erektion verbesserte sich.

Als Grund stellte sich heraus, dass der Wirkstoff die Durchblutung im Schwellkörper des Penis erhöht. Zehn Jahre später war die erste Potenzpille zugelassen. „Das Medikament hat die Sexualmedizin revolutioniert und dazu beigetragen, das Thema Erektionsschwäche zu enttabuisieren. Betroffene Männer hatten endlich den Mut, den Arzt auf ihr Problem anzusprechen“, erinnert sich Univ.-Dozent Dr. Michael Rauchenwald, Vorstand der Abteilung Urologie und Andrologie, Donauspital SMZ Ost in Wien.

Arzneien für die Verbesserung der Standfestigkeit sollten nur nach ärztlicher Verordnung genommen werden, da sie auch unerwünschte Wirkungen haben können. Inzwischen stehen Patienten für die Indikation Erektionsstörungen 30 verschiedene Mittel zur Verfügung. Die Schattenseiten: Sie zählen zu den meist gefälschten Arzneimitteln. Bei Bestellung im Internet oder sonstigen unbekannten Quellen weiß man(n) aber nicht, ob diese Präparate zu viel, zu wenig, keinen Wirkstoff oder gar schädliche Substanzen enthalten, die lebensgefährlich sein können. Die Arzneien daher nur aus öffentlichen Apotheken beziehen!

Geschätzte 730.000 Männer sind in Österreich von Erektionsschwäche betroffen. Mitunter sogar schon 30-Jährige. Während bei den Jungen meist psychische Faktoren wie Stress eine Rolle spielen, hängt schlechte oder fehlende Potenz bei älteren Semestern vor allem mit der Alterung des Gefäßsystems zusammen. Hoher Blutdruck, hohe Blutfettwerte, Diabetes, Bewegungsmangel sowie bestimmte Medikamente können ebenfalls schuld an Erektionsproblemen sein. Das Thema Erektionsprobleme wurde mit der „Potenzpille“ enttabuisiert.

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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