Fr, 16. November 2018

Cholesterin

01.09.2018 06:00

Stopp dem Gefäßverschluss!

Ständig kalte Füße, blasse Haut oder gar Schmerzen beim Gehen? Höchste Zeit, die Bein-Durchblutung checken zu lassen! Es könnte nämlich ein Arterienverschluss hinter den Beschwerden stecken.

Störungen im Blutfluss bedrohen zwar vor allem Raucher und Diabetiker. Wer nicht zu dieser Risikogruppe zählt, darf sich aber trotzdem nicht in Sicherheit wiegen. Als „Schaufensterkrankheit“ wird dieses Leiden oft bezeichnet, weil Betroffene wegen Schmerzen immer wieder stehen bleiben und zur Tarnung ihrer Beschwerden in die Auslage blicken oder sich die Gegend anschauen. Der Fachausdruck klingt weniger harmlos: periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK). Arme, aber hauptsächlich die Beine sind davon betroffen.

Das Tückische daran: Die Verengung der Gefäße geht anfangs noch ohne oder nur mit geringen Anzeichen einher, etwa mit den eingangs erwähnten ständigen kalten Füßen/Beinen und blasser Hautfarbe.

Schleichende Gefahr
„Die ersten Beschwerden sind meist Belastungsschmerzen in den Beinen, die sich vorwiegend beim Gehen bemerkbar machen und Betroffene zum häufigen Stehenbleiben zwingen“, erklärt Chirurg Rudolf Puschmann vom Klinikum Wels-Grieskirchen, OÖ. Ursache ist eine durch die Gefäßverkalkung verringerte Zufuhr von Sauerstoff. Alle Zellen unseres Körpers sind aber darauf angewiesen. Beim Gehen, Laufen usw. etwa brauchen die Muskeln mehr Sauerstoff. Was jedoch nicht möglich ist, wenn die Arterien nur geringe Mengen Blut durchlassen.

In Stadium 1 treten Schmerzen bei größeren Gehstrecken und höherer Belastung auf, ein Hilferuf der Muskelzellen nach Sauerstoff. Im Laufe der Zeit müssen Betroffene in immer kürzeren Abständen regelmäßig Pausen einlegen, damit die Beschwerden wieder nachlassen (Stadium 2). In der dritten Phase der PAVK treten die Schmerzen bereits in Ruhe auf, vor allem auch nachts. Wird nicht therapeutisch eingegriffen, folgt das lebensbedrohliche Stadium 4. Durch den schweren Sauerstoffmangel heilen selbst kleinste Verletzungen schlecht, schließlich stirbt Gewebe ab, es kommt zum offenen Bein („Raucherbein“). Oft bleibt nur noch die Amputation.

Die Krankheit sollte also so früh wie möglich erkannt werden. „Die Primärdiagnose funktioniert über eine spezielle Blutdruckmessung am Bein mittels Dopplersonographie. Gemessen wird der Unterschied zwischen dem Blutdruck am Arm und am Bein. Weiters erfolgt eine Angiographie“, erklärt Dr. Puschmann. Im Rahmen dieser Untersuchung kann auch die Verengung entfernt und ein Stent eingesetzt werden, um das Gefäß offen zu halten. Auch eine Ballondehnung der verengten Arterie wird mitunter gemacht.

Bei komplettem Verschluss ist eine Operation mit Bypass notwendig, damit lässt sich die verschlossene Stelle umgehen. Dies erfolgt mit körpereigenen Venen oder sogenannten Grafts aus Kunststoff, künstliche Blutgefäße. Jeder kann etwas dafür tun, um größere Eingriffe oder gar eine Amputation zu verhindern. Die Krankheit lässt sich zwar nicht heilen, aber stabilisieren. Am wichtigsten ist daher, die Risikofaktoren zu senken.

Oberstes Gebot für Raucher: Unbedingt mit dem Qualmen aufhören. „Das Risiko, eine PAVK zu entwickeln, steigt häufig mit der Nikotinmenge, die man im Laufe des Lebens zu sich nimmt“, berichtet Herbert Lugmayr, Leiter des Institutes für Radiologie I am Klinikum Wels-Grieskirchen. „Wer aufhört zu rauchen, hat eine bessere Prognose.“

So schützen Sie sich

  • Den Blutdruck im Normalbereich halten.
  • Diabetiker sollten auf gute Einstellung ihres Blutzuckers achten. Übergewicht abzubauen wirkt sich positiv auf die Senkung zu hoher Werte aus.
  • Zu viel „böses“ LDL-Cholesterin fördert die Gefäßverkalkung. Oft lässt es sich mit Ernährungsumstellung reduzieren. Falls nicht, sind Medikamente dafür notwendig.
  • Stress möglichst vermeiden. Er kurbelt die Cholesterinproduktion an und kann auch die Zuckerwerte erhöhen.
  • Regelmäßige Bewegung wirkt gleich mehrfach der Gefäßverengung entgegen: Reduzierung der Cholesterin- und Zuckerwerte, der Blutfluss wird angekurbelt. Das müssen keine sportlichen Höchstleistungen sein. Als Vorbeugung kann man ruhig seinen Körper fordern. Ansonsten dem jeweiligen Stadium der PAVK angepasst (Arzt fragen) aktiv sein.

Gezieltes Gehtraining und auf die Bedürfnisse abgestimmte Gymnastik sind sogar Teil erfolgreicher Behandlung in den frühen Stadien. Ziel ist, dass die schmerzfreie Gehstrecke nach und nach wieder verlängert wird.

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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