So, 19. August 2018

Aus für „Aquila“

27.06.2018 14:00

Facebook begräbt Pläne für seine Internet-Drohne

Nach Google gibt auch Facebook die Entwicklung seiner Internet-Drohne auf. Die Fluggeräte mit der Spannweite einer Boeing 737 sollten monatelang autonom in großen Höhen kreisen, um für die Netzanbindung in entlegenen Gebieten zu sorgen. Jetzt erklärte Facebook in einem Blogeintrag, dass inzwischen auch Unternehmen aus der Luftfahrtbranche bei solcher Technik aktiv seien und man statt einer Eigenentwicklung mit Partnern wie Airbus zusammenarbeiten wolle.

Facebook hatte die Solar-Drohne mit dem Namen Aquila seit 2014 entwickelt. Der erste Flug im Juli 2016 endete mit einer Bruchlandung. Die Facebook-Drohne war gut eineinhalb Stunden in niedriger Flughöhe in der Luft geblieben statt der geplanten Testdauer von 30 Minuten. Beim Landeanflug gab es dann laut einem Bericht amerikanischer Absturzermittler starke Turbulenzen - und eine falsche Entscheidung der Autopilot-Software führte dazu, dass ein mehrere Meter langer Abschnitt des Flügels brach. Sekunden später sei die Drohne mit einer Geschwindigkeit von rund 45 Kilometern pro Stunde auf dem Boden eingeschlagen.

Der zweite Flug vor rund einem Jahr verlief dann reibungslos. Gründer und Chef Mark Zuckerberg zeigte sich damals noch zuversichtlich, dass Aquila helfen werde, mehr Menschen ins Internet zu bringen.

Die Google-Mutter Alphabet hatte ihr konkurrierendes Projekt, große Drohnen zur Internet-Versorgung einzusetzen, viel schneller aufgegeben. Die technischen Herausforderungen seien zu groß, hieß es bereits Anfang vergangenen Jahres. Alphabet verfolge zwar weiterhin das Ziel, eine Internetversorgung aus der Luft aufzubauen, die „Loon“-Ballons der Firma seien dafür besser aber geeignet als die Drohnen, erklärte der Internetkonzern damals. Sie wurden - in Zusammenarbeit mit Mobilfunkanbietern - unter anderem in Puerto Rico eingesetzt, um Netzausfälle nach dem Hurrikan Maria zu beheben.

Google hatte für sein Drohnen-Projekt 2014 den Drohnen-Entwickler Titan Aerospace gekauft, den auch Facebook haben wollte.

 krone.at
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