Do, 18. Oktober 2018

Schmerzen

17.06.2018 06:00

Der Körper schlägt Alarm

Diese Sinneswahrnehmung warnt vor Gefahren von außen sowie inneren Erkrankungen. Deshalb sollten wir diese Warnung auch ernst nehmen! Wichtig ist, zu wissen, dass Schmerzen nicht erduldet werden müssen, sondern zumeist gut behandelbar sind. 

Schmerzen sollten nicht still erduldet, sondern rasch abgeklärt und effektiv behandelt werden, um zu verhindern, dass diese chronisch auftreten. Eine erfolgreiche Therapie zielt darauf ab, Beschwerden zu verringern und damit wieder mehr Aktivität sowie Freude ins Leben zu bringen. Dies gelingt in immer mehr Fällen - dank moderner Medikamente und begleitender Maßnahmen.

Wozu dient das Signal?
Würde der Mensch keine Schmerzen empfinden, hätte er wahrscheinlich kein sehr langes Leben, weil er dann nämlich nicht bemerken könnte, dass er sich verletzt hat. Wenn unsere Hand beispielsweise eine heiße Herdplatte berührt, zucken wir umgehend zurück. Ohne Schmerzsinn würden wir uns schwer verbrennen. Dieser warnt uns also vor Schäden durch äußere Ereignisse oder innere Erkrankungen.

Wie nehmen wir Symptome wahr?
Der Mensch verfügt über ein weit verzweigtes „Meldesystem“: Nerven erreichen mit ihren Ausläufern jeden Körperteil, ob Hand oder Herz, Auge oder Zehenspitze. Gehirn und Rückenmark bilden das zentrale Nervensystem, die dort einlangenden und ausgehenden Nerven das periphere.

„Damit wir Schmerz wahrnehmen, werden Sinneszellen, sogenannte Rezeptoren, erregt, die sich am Ende der Nerven befinden. Von diesen ,Fühlern‘ wird die Information über elektrische Ströme bis zum Rückenmark und von dort weiter zum Gehirn geleitet. Die Rezeptoren reagieren auf mechanische, chemische oder thermische Reize. Beim Überschreiten einer individuellen Schwelle kommt es zur Aktivierung dieser Zellen“, erklärt OA Dr. Waltraud Stromer, Fachärztin für Anästhesie und allgemeine Intensivmedizin am Landesklinikum Horn (NÖ).

Was passiert weiter im Körper?
Im Rahmen einer Verletzung werden Entzündungsmediatoren ausgeschüttet. Diese biochemischen Substanzen leiten eine Entzündungsreaktion des betroffenen Gewebes ein und führen unter anderem zu einer Erweiterung der Blutgefäße. Ein lokales Ödem (Rötung, Schwellung) wird sichtbar. Leukozyten - weiße Blutkörperchen - gelangen dadurch zur Krankheitsabwehr einfacher in das geschädigte Gewebe.

Empfindet jeder Mensch gleich?
Nein. Alle Menschen kennen Schmerzen, doch jeder nimmt sie unterschiedlich wahr, weil er sie anders empfindet. Aus Gründen der Erfassung und der Verlaufs- bzw. Therapiekontrolle sollte der Schmerz quantitativ bestimmt werden. Da keine objektive Messung möglich ist, wird dabei auf die Methode der „skalierten Selbstauskunft“ zurückgegriffen.

Wie werden Beschwerden gemessen?
Die Intensität eines Schmerzes kann auf der numerischen Analog-Skala (NAS) eingestuft werden. Dabei trifft die Person eine Selbsteinschätzung. Die Skala reicht von 0-10, wobei 0 kein Schmerz ist und 10 der am höchsten vorstellbare. Auch Skalen mit Symbolen wie die „Faces Pain Scale“ können zur Einschätzung herangezogen werden. Sie kommen vor allem bei Kindern und fremdsprachigen Patienten zum Einsatz. Aber ebenso für Demenzkranke Personen eignet sich diese Methode.

Daten & Fakten

  • 1,5 Mio. Menschen leben in Österreich mit chronischen Schmerzen.
  • 245.000 kg Arzneistoffe verbrauchen wir hierzulande pro Jahr.
  • 3-6 Monate dauert es, bis Beschwerden chronisch werden.
  • 250 verschiedene Kopfschmerzarten existieren.

Karin Rohrer-Schausberger, Kronen Zeitung

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