Google Books

Google und US-Autoren stellen Kompromiss vor

Web
16.11.2009 10:12
Google und die US-Verleger haben eine abgemilderte Version der umstrittenen Vereinbarung für die Bereitstellung von digitalisierten Büchern im Internet vorgelegt. Nach monatelangen Verhandlungen verständigten sich beide Seiten darauf, den Geltungsbereich der Vereinbarung auf Bücher zu beschränken, die urheberrechtlich in den USA, Kanada, Großbritannien oder Australien registriert sind. Zudem soll Google-Konkurrenten wie Amazon oder Microsoft der Zugang zu eingescannten Büchern erleichtert werden.
Google will mehrere Millionen Bücher aus Universitäten und Büchereien einscannen und ins Netz stellen. Im ersten Abkommen zu "Google Books" hatte sich der Suchmaschinen-Gigant verpflichtet, 125 Millionen Dollar für diese Online-Buchauswertung zu zahlen. An dem finanziellen Rahmen soll sich auch in der neuen Version nichts ändern.

Mit der neuen Vereinbarung reagieren Google, die amerikanischen Autoren und die US-Verleger auf scharfe Kritik aus Europa an der ersten Buch-Vereinbarung. Der Deal war jedoch auch im US-Justizministerium auf Einwände gestoßen. Besonders umstritten ist der Umgang mit "verwaisten Büchern", also Titeln, die vergriffen sind, aber dennoch dem Urheberschutz unterliegen, ohne dass ein Kontakt zum Autor hergestellt werden kann. Die Erlöse aus dem Verkauf der digitalen Ausgaben dieser Titel sollen nun zehn Jahre lang eingefroren werden. In dieser Zeit können Rechte-Inhaber künftig ihre Ansprüche geltend machen. Über den Vorschlag muss nun ein New Yorker Richter entscheiden.

Google enttäuscht
Google-Manager Clancy sagte: "Wir sind enttäuscht, dass wir nicht den Zugang zu möglichst vielen Bücher aus möglichst vielen Ländern ermöglichen können." Google wolle aber mit den Rechte-Inhabern aus aller Welt zusammenarbeiten, um der Vision von einem besseren Zugriff auf alle Bücher der Welt näher zu kommen. In den europäischen Ländern würden Gespräche mit den Rechteinhabern bald beginnen. Bisher hat Google etwa sechs Millionen vergriffene Bücher eingescannt und teilweise online zugänglich gemacht.

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