So, 22. Juli 2018

„Hatten wir noch nie“

04.04.2018 10:50

Beispiellose Computerpanne: 15.000 Flüge verspätet

Der Ausfall eines zentralen Computersystems der europäischen Flugsicherung Eurocontol hat am Dienstag zu Störungen im europäischen Luftverkehr geführt. Wie die Organisation in Brüssel mitteilte, war ein System zum Datenaustausch und zur Koordinierung von Flugplänen betroffen. „Schätzungsweise die Hälfte“ der geplanten 29.500 Flüge in Europa könnten durch den „Systemausfall“ verspätet sein.

Wegen des Ausfalls würden „Notfallverfahren“ genutzt, erklärte Eurocontrol in einer ersten Mitteilung. Dadurch reduziere sich „die Kapazität des europäischen Netzwerks um schätzungsweise zehn Prozent“. Betroffen von der Panne war demnach das Enhanced Tactical Flow Management System (ETFMS). Durch dieses werden Flüge und Kapazitäten innerhalb des europäischen Luftraums koordiniert. „Die Flugsicherung direkt ist nicht betroffen und es gibt keine Auswirkungen auf die Sicherheit“, betonte Eurocontrol.

„So etwas hatten wir noch nie“, sagte eine Eurocontrol-Sprecherin. Wenig später hieß es in einer weiteren Erklärung, das Problem sei identifiziert. Demnach gingen durch die Panne alle Flugpläne verloren, die vor 12.26 Uhr (MESZ) in das System eingegeben wurden. Eurocontrol forderte die Fluggesellschaften auf, die Flugpläne erneut in das System einzugeben. Erst um 20 Uhr konnte das ausgefallene Steuerungssystem jedoch seinen Betrieb wiederaufnehmen.

„Eurocontrol bedauert die Störungen, die Passagieren und Airlines aufgrund des heutigen ETFMS-Ausfalls entstanden sind, zutiefst“, hieß es. Dies sei in mehr als 20 Betriebsjahren zuvor nur ein einziges Mal - 2001 - geschehen.

In Österreich gab es nach Angaben der Austro Control zunächst keine merkbaren größeren Auswirkungen. Sowohl bei Starts und Landungen in Wien-Schwechat als auch beim Flugverkehr über Österreich seinen keine größeren Verspätungen registriert worden, sagte Sprecher Markus Pohanka.

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