Österreich wird derzeit wieder von einer Hitzewelle erfasst. Die GeoSphere Austria sagt bis zu 39 Grad Celsius in den kommenden Tagen voraus. Diese hohen Temperaturen sind nicht nur eine Belastung für den Körper, sondern auch für die Psyche, wie eine Umfrage der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) zeigt.
Demnach berichtete etwa jede zweite Person (52 Prozent) von weniger Energie im Alltag, ungefähr vier von zehn (38 Prozent) Befragte fühlen sich bei Hitze weniger belastbar. Etwa jede dritte Person (31 Prozent) nimmt einen Interessenverlust an Tätigkeiten wahr, die ihr sonst Freude bereiten. 29 Prozent gaben hingegen an, gar keine Veränderungen im Befinden zu erleben.
Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) wies am Mittwoch in einer Aussendung darauf hin, dass Hitze zudem die Konzentration, Entscheidungsfähigkeit und das Konfliktverhalten beeinflusse. Zahlreiche Studien würden auch einen Zusammenhang zwischen hohen Temperaturen und erhöhtem Aggressionspotenzial zeigen. Daher gebe es bei Hitze auch mehr Gewaltverbrechen als sonst, teilte der BÖP mit. Es gehe somit nicht nur um das individuelle Wohlbefinden, sondern auch um das gesellschaftliche Zusammenleben.
„Belastung ernst nehmen“
Der Berufsverband appellierte daher an Politikerinnen und Politiker, die psychischen Folgen von Hitze ernst zu nehmen und rechtzeitig präventive Maßnahmen zu setzen. So sollten etwa Psychologinnen und Psychologen in Hitzeaktionspläne eingebunden werden. „Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sollten ausreichend Pausen einplanen, Arbeitszeiten und -abläufe an die Temperaturen anpassen und eine Kultur schaffen, in der Belastung der Beschäftigten ernst genommen wird“, heißt es. Warnzeichen seien zum Beispiel Gereiztheit, Erschöpfung und Konzentrationsprobleme.
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sollten ausreichend Pausen einplanen, Arbeitszeiten und -abläufe an die Temperaturen anpassen.
Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP)
Hitzeaktionspläne müssten vor allem ältere Menschen und andere gefährdete Gruppen ins Visier nehmen, sagte Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec am Mittwoch. Nötig seien etwa mehr Bäume und Grünflächen, schattige öffentliche Aufenthaltsbereiche und Trinkbrunnen und der erleichterte Einbau von Klimageräten.
Am heutigen Mittwoch werden bis zu 36 Grad Celsius erwartet, am Donnerstag bis zu 38 Grad und am Freitag schließlich bis zu 39 Grad Celsius. Die Hitzewelle soll auch am Wochenende und Anfang nächster Woche weitergehen.
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