Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten potentielle Käufer den Gebrauchtwagen der Wahl von Experten unter die Lupe nehmen lassen. Doch viele Autoverkäufer sträuben sich gegen einen Ankaufstest und wollen den Käufer mit diversen Scheinargumenten davon abhalten. Aus der täglichen Praxis mit den Ankaufstest hat der ARBÖ eine Hitliste der sechs häufigsten Scheinargumente zusammengestellt:
Scheinargument Nummer 1:
"Der Wagen ist DER Renner. Sie müssen sofort entscheiden, sonst ist er weg!"
ARBÖ-Tipp: Nicht zu einer unüberlegten Blitzentscheidung drängen lassen. Es steht viel Geld auf dem Spiel. Sollten später Probleme auftauchen, wird sich der Verkäufer "abputzen".
Scheinargument Nummer 2:
"Das brauchen wir nicht extra in den Kaufvertrag hineinschreiben!" ARBÖ-Tipp: Nur was schriftlich ausgemacht wurde, pickt! Was nicht im Kaufvertrag oder in der Kaufvereinbarung steht, kann nachträglich gar nicht oder nur sehr schwer eingefordert werden! Zum Beispiel, dass "das erste Jahresservice gratis" ist.
Scheinargument Nummer 3:
"Wenn im ersten Jahr Fehler auftauchen, werden wir schon zusammenkommen!"
ARBÖ-Tipp: Beim Gebrauchtwagenhändler steht jedem vom Gesetz her sogar zwei Jahre lang Gewährleistung zu! Nur wenn du etwas extra unterschreibst, verkürzt sich diese Frist auf ein Jahr. Wenn man das Auto von privat zu privat verkauft, verzichtet man allerdings meistens auf diese einjährige Gewährleistung, dafür sollte der Kaufpreis günstiger sein.
Scheinargument Nummer 4:
"Das Auto ist so gut wie neu, alle Service-Arbeiten wurden gemacht. Ein Ankaufstest kostet nur unnötiges Geld."
ARBÖ-Tipp: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Die Kosten für einen Ankaufstest können sich locker wieder hereinspielen, indem man vor dem Kauf gewisse Reparaturen oder eine Preissenkung verlangt.
Scheinargument Nummer 5:
"Das Auto ist garantiert unfallfrei!"
ARBÖ-Tipp: Unterschiede beim Lack, nachlackierte Stellen, ausgewechselte Verstrebungen im Motorteil oder Kofferraum sind Hinweise, dass dem nicht so ist. Sicherheit schafft auch hier ein Ankaufstest.
Scheinargument Nummer 6:
"Laut Eurotax-Liste ist das Auto noch ... Euro wert!" ARBÖ-Tipp: Die Händler geben meistens nur einen Wert aus der Eurotax-Liste bekannt, nämlich den höheren Verkaufswert für Händler. Es gibt aber auch noch einen zweiten Eurotax-Wert, nämlich den Einkaufswert für Händler. Die Differenz zwischen beiden ist ihr Verhandlungsspielraum. Mängel, Dellen bzw. anstehende Reparaturen vermindern den Gebrauchtwagenwert. Je mehr Kilometer gefahren wurden, desto mehr vermindert sich der Kaufpreis nach der Eurotax-Liste. Umgekehrt muss man für weniger gefahrene Kilometer einen höheren Preis akzeptieren.
ÖAMTC warnt: Kilometerstand oft manipuliert
Nach Schätzungen des ÖAMTC werden ca. ein Drittel der privat verkauften Gebrauchtwagen mit geschöntem Kilometerstand verkauft - und Autokäufer um Zigtausende Euro geprellt. Hier einige Tipps, die helfen, das Risiko, auf eine Tachomanipulation hereinzufallen, zu minimieren.
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