Direkter Draht

Gebete kommen nun via Twitter zur Klagemauer

Web
28.07.2009 12:31
Seit Jahrhunderten stopfen fromme Juden auf einen Zettel geschriebene Gebete in die Ritzen der Klagemauer von Jerusalem. Seit ein paar Jahren kann man dies auch per Fax oder E-Mail erledigen. Jetzt gibt es eine direkte Verbindung des Tausende Jahre alten Gemäuers in die Twitter-Ära, denn Alon Nil oder "TheKotel" verspricht seinen Followern, dass ihre Gebete in Form eines Tweets ausgedruckt und an der Klagemauer angebracht werden.

Seit dem Start seines Angebots vor drei Wochen hat der 25-jährige Wirtschaftswissenschafter schon mehrere hundert Twitter-Gebete auf diese Weise weitergetragen.

Iran als Vorbild
Die Idee dazu sei ihm kurz nach den Unruhen im Iran gekommen, sagt Nil. Jetzt hoffe er, mit seinem kleinen Projekt die Menschen in aller Welt näher zusammenzubringen. Es gebe kaum ein Land, aus dem er noch keinen Tweet für die Klagemauer erhalten habe. "Ich hoffe, dass diese Leute sich selbst irgendwie helfen, indem sie ihre Gebete twittern."

Die meisten Twitter-Gebete werden als private "Direct Message" (DM) verschickt. Nil möchte seine Follower aber auch ermutigen, ihre Tweets öffentlich zu machen. "Möge Gott mich zu Weisheit und Wahrheit leiten", schrieb etwa ein Twitter-Nutzer. Sein ausgedruckter Tweet hängt jetzt zusammen mit anderen an "Gottes Briefkasten", wie die Klagemauer auch im Scherz genannt wird.

Enormer Andrang
Inzwischen kann Nil den Andrang kaum noch abarbeiten. Kürzlich hatte er an einem Abend noch mehr als 1.000 ungelesene Messages. "Ich werde überschwemmt. Aber ich will unbedingt dafür sorgen, dass kein einziges Gebet verloren geht." Zur Unterstützung sucht Nil einen Sponsor, mit dem er einen Mitarbeiter beschäftigen könnte.

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