Die Grazer Landschaftsplanerin Maria Baumgartner fürchtet, dass Wohngebiete und Erholungsräume durch die bis Ende des Jahres geplanten 150 Hotspots mit zusätzlicher elektromagnetischer Strahlung belastet würden. In Städten wie Paris und Frankfurt seien Drahtlosnetzwerke mittlerweile aus Bibliotheken und Schulen wegen gesundheitlicher Bedenken wieder verbannt worden, sagt Baumgartner, und verweist zugleich auf die Europäische Umweltagentur, die die gesundheitlichen Gefahren der drahtlosen Netzwerke mit jenen von Asbest, Nikotin oder bleihaltigen Benzin gleichstelle. Vor allem vor Langzeitschäden bei empfindlichen Gruppen wie Kindern werde gewarnt.
Der für den Aufbau des städtischen WLAN-Netzes verantwortlichen Citycom zufolge soll es die WLAN-Hotspots künftig an vielen Haltestellen, Straßenlaternen und Verkehrsschildern geben. Initiiert hat das Projekt ÖVP-Gemeinderat Kurt Hohensinner, umgesetzt wird es nun von seinem Parteikollegen und IT-Experten Dominic Neumann. Er stuft die zusätzlichen Belastungen durch ein städtisches Drahtlosnetzwerk als vernachlässigbar ein. Bei bisher schon rund 6.000 WLAN-Empfängern in Grazer Unternehmen und Haushalten würden weitere 350 Geräte im Vollausbau "nicht ins Gewicht" fallen.
Norbert Leitgeb, Elektrosmog-Experte von der TU Graz, gibt ebenfalls Entwarnung. Internationale Studien hätten bisher keine Langzeitwirkungen durch Elektrosmog nachweisen können. Der Grazer Wissenschaftler hält fest, dass die Belastung durch die Hotspots deutlich geringer ausfällt als bei Handys, da "der Strahlungspegel generell sehr niedrig ist und die Strahlungsintensität mit der Entfernung abnimmt".
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.