Über ein Jahr lang

Taliban benutzten US-Server für Propaganda

Web
10.04.2009 08:54
Über ein Jahr lang hat eine afghanische Taliban-Gruppe einen US-Server benutzt, um ihre Verlautbarungen und ihre Propaganda ins Internet zu stellen. Wie die "Washington Post" am Donnerstag berichtete, veröffentlichte die Gruppe über ein Internet-Unternehmen im texanischen Houston etwa Berichte über ermordete amerikanische Soldaten und warb um neue Mitglieder. Dafür zahlten die Taliban eine Gebühr von 70 Dollar (53 Euro) pro Monat, die sie per Kreditkarte abbuchen ließen.

Ein Blogger habe schließlich die Website entdeckt, berichtete die "Washington Post" weiter. Vor einer Woche sei die Internetseite dann vom Netz genommen worden. Das Unternehmen sagte, es habe lediglich den Webspace verkauft. Man habe von der Taliban-Verbindung des Kunden nichts gewusst.

Dass islamistische Extremisten US-Firmen für ihre Internet-Mitteilungen benutzen, sei keine Seltenheit: Geheimdienste und Internetexperten berichteten von Dutzenden solcher Fälle. Grund sei, dass die US-Geschäftsbedingungen Anonymität garantierten. Außerdem seien die US-Firmen vergleichsweise preiswert und ihr Service verlässlich. Sogar das Terrornetzwerk Al Kaida habe schon US-Firmen bezahlt, um Botschaften in die Welt zu setzen, so das Blatt.

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