"Wir sehen, dass viele Kunden bei der privaten Schnäppchenjagd immer leichtsinniger werden", erläuterte "Internet Ombudsmann"-Leiter Bernhard Jungwirth das Dilemma. Gleichzeitig würden Online-Anbieter zunehmend beim Kundenservice oder der Zustellung sparen oder auch öfter auf unfaire Tricks zurückgreifen. Die Betrüger würden dabei immer erfinderischer. Im 1. Quartal 2009 gab es laut Jungwirth bereits 2.757 Hilfsansuchen von Internetusern, im gleichen Zeitraum 2008 war es etwa ein Drittel weniger. Halte der Trend an, müsse man bis Ende Dezember mit mehr als 11.000 Beschwerden rechnen. Auch in der AK häufen sich die Anfragen wegen unseriöser Dienste: Mehr als 30.000 Fälle müssten pro Jahr bearbeitet werden, so Konsumentenschützer Harald Glatz.
Dabei hatte es dem Jahresbericht des "Internet Ombudsmanns" zufolge 2008 noch eine zumindest minimale Abnahme von 7.456 (2007) auf 7.353 Beschwerden gegeben. Bei 5.581 davon handelte es sich um vermeintliche Gratis-Dienste. Der gemeldete Schaden lag insgesamt bei rund 1,1 Millionen Euro, durch Schlichtungen wurden Streitfälle im Wert von 887.000 Euro beigelegt. Bei 75,9 Prozent der Fälle hatten Internetnutzer Schwierigkeiten mit Verträgen oder dem Rücktrittsrecht. 11,2 Prozent der Konsumenten mussten sich mit Liefer- bzw. Vorauskasse-Problemen herumschlagen.
Neben Seiten, die vorgeben gegen die Bekanntgabe persönlicher Daten Gratis-Dienste oder Gewinnspiele anzubieten, machen Konsumenten vor allem kostenpflichtige Downloads zu schaffen. Internetauktionen sorgten lediglich für 4,7 Prozent der Problemfälle. Verursacht wurden die Schwierigkeiten zu 53,9 Prozent von Firmen aus Deutschland, 34 Prozent der Fälle spielten sich direkt im Inland ab.
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