Starker Rückgang

Gesetz lässt Internet-Aufkommen sinken

Web
06.04.2009 11:13
Ein mit 1. April in Kraft getretenes Gesetz hat in Schweden das Internet-Aufkommen stark sinken lassen. Das Gesetz sieht vor, dass Betroffene die Identität von aus ihrer Sicht verdächtigen Computerservern ermitteln können. Internet-Operateure müssen nun die IP-Adressen von angeschlossenen Computern mitteilen, von denen urheberrechtlich geschütztes Material heruntergeladen werden kann. In bestimmten Fällen soll auch die Identität derjenigen verlangt werden können, die das Material auf ihre Computer herunterladen.

Mit der Umsetzung der "EU-Richtlinie zur Durchsetzung Geistiger Eigentumsrechte" erhofft sich Schweden eine Verminderung des illegalen Kopierens über das Internet. Der Plan scheint aufzugehen: Wie das "Svenska Dagbladet" berichtet, sei der Datenverkehr zwischen schwedischen und internationalen Netzen am Tag des Inkrafttretens der neuen Regeln um 30 Prozent gegenüber dem Vortag gesunken. Während in den Tagen vor Inkrafttreten des als "Ipred-Gesetz" bekannten Regelwerks der Datenverkehr von den üblichen 160 GBit/s auf etwa 180 GBit/s noch angestiegen sei, bewege er sich seit dem 1.April nur zwischen 110 und 90 GBit/s, berichtete der schwedische Internet-Betreiber Netnod.

Vertreter der schwedischen Piraten-Partei sind jedoch zuversichtlich, dass der durch Tauschbörsen verursachte Datenverkehr wieder ansteigen wird. Gegenüber der BBC erklärte Parteisprecher Christian Engstrom, dass die Menschen einige Wochen brauchen würden, um die eigenen Sicherheitseinstellungen so einzurichten, dass sie wieder anonym Daten tauschen könnten.

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