Nagendes Gewissen

Japaner zahlen bereitwilliger für Downloads

Web
12.03.2009 12:35
Weil die Japaner bereitwilliger als andere für Musikdownloads zahlen, steht die Musikindustrie in Japan besser da als anderswo. Dies geht aus Zahl des japanischen Branchenverbandes Riaj hervor, denen zu Folge jeder zweite Download in Japan legal ist. Weltweit kommen dagegen auf einen bezahlten Titel zwanzig illegal beschaffte Musikstücke.

Die japanische Musikindustrie konnte ihre Onlineverkäufe innerhalb von zehn Jahren so weit steigern, dass sie heute 20 Prozent der Gesamtumsätze ausmachen. Der Verkaufsrückgang bei CDs, Musik-DVDs und Schallplatten wurde damit zum Teil aufgefangen. Insgesamt lagen die Umsatzverluste der Branche von 1998 bis 2008 bei 25 Prozent.

Der Ausnahmetrend ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Japaner sich ihre Musik zu 90 Prozent aufs Handy herunterladen, das ihnen gleichzeitig als MP3-Player dient. Meist werden legale Anbieter gewählt, weil japanische Verbraucher kostenlosen Angeboten traditionell mit Misstrauen begegnen. 72 Prozent sagten bei einer Umfrage, dass sie im Schnitt maximal einen Titel pro Monat ohne Bezahlung herunterladen, und dann mit schlechtem Gewissen.

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