Die Möglichkeit, dass das dargestellte Bild auf den Lichteinfall reagiert, sieht Raskar als großen Vorteil gegenüber Hologrammen. "Wenn ich ein Hologramm einer Blume habe und eine echte Blume daneben, sieht das Hologramm nicht real aus. All die Schatten und Reflexionen auf der Blume werden im Hologramm nicht nachgemacht", erklärt der Wissenschaftler. Wie die Forscher am Beispiel einer gläsernen Weinflasche zeigen (Video siehe Infobox), ist ihr System hingegen in der Lage, den Schattenwurf der Flasche und Reflexionen an ihrer Oberfläche entsprechend dem Lichteinfall darzustellen.
"Wackelbild"-Effekt als Grundlage
Das Grundkonzept des neuen Systems ähnelt dem MIT zufolge den Wackelbildern, die bisweilen auf Postkarten oder Scherzartikeln genutzt werden. Durch eine Überlagerung mehrerer einfacher Linsen simulieren sie Dreidimensionalität und können verschiedene Bilder bei unterschiedlicher horizontaler Blickrichtung darstellen. Mit etwas komplexeren Linsen kommt eine Reaktion der Darstellung auf den vertikalen Blickwinkel dazu - was das MIT als 4D-Bild bezeichnet.
Mehr Dimensionen
Das neue System funktioniert immer noch ähnlich, nutzt aber zusätzliche Linsen in komplexerer Anordnung und selektiv durchlässige Filter, um auch die Reaktivität des Bildes auf den Lichteinfall zu ermöglichen. Das sind praktisch zwei weitere Darstellungs-Dimensionen, weshalb es sich den Forschern zufolge um ein 6D-Display handelt.
Weitere Entwicklungsarbeit notwendig
Derzeit existiert nur ein kleiner Prototyp mit niedriger Auflösung als Nachweis der Machbarkeit. Als wesentliches Hindernis sehen die Forscher, dass das Display derzeit rund 30 Dollar pro Pixel kostet. Für ein wirklich praxistaugliches System wären jedoch tausende Pixel erforderlich, entsprechend hoch sei der Bedarf an weiterer Entwicklungsarbeit. "Es wird mindestens zehn Jahre dauern, ehe wir Displays von praktikabler Größe haben", meint daher Raskar. (pte)
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