Herrchen lernt vom Hund
AIBO ist ein soziales Phänomen - ein elektronisches
Tier mit sozialer Lernfähigkeit: Allerdings lernt dass Tier
relativ wenig von seinem Besitzer, vielmehr ist das Gegenteil
der Fall. Fast wie ein echter Wauzi verwandelt der AIBO sein Herrchen/Frauchen
zum Pawlowschen Hund. Nicht der Robo- Dog lernt mit seiner Umwelt
umzugehen, sondern der Besitzer muss lernen, sich so zu verhalten,
dass der Hund ihn versteht.
Zuckerbrot und Streicheleinheiten
Wie ein großes Tamagotchi will AIBO Streicheleinheiten,
Lob, die richtigen Aufmunterungsbefehle?etc. Seine emotionale
Intelligenz erschöpft sich in Sturheit, Liebesbedürfigkeit
und Spieltrieb. Vor allem die Sturheit macht einem zu schaffen.
Schließlich weiß man nicht: Ist es ein technisches
Problem, habe ich etwas falsch gemacht, oder will der Hund einfach
nicht? Meist war es das Letztere? Es stellte sich heraus, dass
der Hund mit "get up" und "go for it" erst einmal aufgemuntert
werden wollte, bevor er überhaupt seinen Hintern bewegte.
Nach jeder Aktion sollte er mit "Good Boy" oder gar "Thank you"
gelobt werden. Machte der Hund trotzdem nicht, was man wollte,
konnte man schon ärgerlich werden?
Aibo, wir lieben dich - wir hassen dich
"Eigentlich schon pervers, einen Roboterhund zu streicheln"
hörte man von zaghaften Kollegen. "Schon seltsam, dass man
für ihn Gefühle" entwickeln kann, erkannte ein anderer
das eigentlich erstaunliche an AIBO. Wie würde Edith Klinger
AIBO wohl beschreiben? Vielleicht so "So a liabes Hundal, a bissal
stur, energieraubend, aber ganz liiib zu Kindern. Er hat in der
Vergangenheit nicht viel Glück mit seinen Vorbesitzern gehabt?"
(In dem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass Aibo zuvor von
der ORF Futurezone getestet wurde.)
AIBO spricht mit uns
Wem der Name "AIBO" nicht gefällt, kann ihn
auch umtaufen. Der Hund piepst den Namen sogar nach. Und auch
den Namen des Besitzers kann er in seiner eigenen Sprache wiedergeben.
Auch tanzen (Let's dance) und singen beherrscht das Hündchen.
AIBOs seltsame Melodien, die bei jeder Gelegenheit (Freude, Langeweile?)
ertönen, können einfach nur Japaner lieben. Da hilft
nur ein Kommando: "Be quiet!" Und das wirkt. Der wirkliche Nerventöter
wird mit "Let's Play!" aktiviert: Hündchen AIBO äfft
einen nach. Will man ihn mit einem Kommando stoppen, wiederholt
er auch das Kommando. Wo bitte steht, wie man das wieder abdreht????
Ein und auschalten!
Kluger Hund vor Abgründen
Mit der Aufforderung "Walk around" beginnt AIBO seine
Umgebung zu erkunden. AIBO verfügt über einen Infrarot- Abstandssensor,
der ihn davor bewahrt, gegen Wände zu rennen. Wenn man ihm
ein Hindernis vors Bein stellt oder sich der Hund in Kabeln verheddert,
merkt er nicht, dass er nicht vorwärts kommt und rennt stur
im Stand weiter. Auch vor Abgründen benimmt sich AIBO wie
ein Lemming: Ohne seine eigene Zerstörung vorauszusehen,
stürzt AIBO in die Tiefe. Gut, dass Redakteure über
schnelle Reflexe und ein Herz für Tiere verfügen. Seine
akustische Orientierung ist noch verbesserungswürdig. Die
Aufforderung zu einem zu kommen ("Come here") ließ ihn meist
ratlos in der Gegend umherblicken.
Aibo in die National- 11!
Sein wahres Können liegt bei AIBO eindeutig
auf dem Fußballfeld: Wenn er seinen pinkfarbenen Ball sieht,
sprintet er los und kickt ihn weiter. Seine Augen folgen dem runden
PVC und er huscht ihm hinterher. Wenn er gerade besonders gut
drauf ist, köpfelt er ihn sogar vom Boden weg. Von einer
Fälschung ließ er sich nicht täuschen - AIBO springt
nur auf seinen eigenen Ball an. Wie ein normaler Sportler verbraucht
AIBO bei viel Bewegung rasch seine ganze Energie und muss wieder
aufgeladen werden.
Aibo unterm Weihnachtsbaum
Aibo kann jetzt vor Weihnachten erstmals nicht mehr
nur übers Internet bestellt werden, sondern steht erstmals
in Österreich auch in einigen Elektro- Großmärkten
und will für rund 2000 Euro den Besitzer wechseln. Beim "Sonderangebots"- Aibo
handelt es sich um das Modell ERS- 210A in der Farbe "Silver",
das Krone.at testen konnte.
Familien- Maskottchen
Obwohl der kleine Roboterhund Aibo (Artificial Intelligence
roBOt) ursprünglich als Entwickler- Studie gedacht war, entwickelten
sich die ersten Verkäufe - damals nur übers Internet
und zu horrenden Preisen - zum absoluten Verkaufserfolg. Der Blech- Hund
entwickelte sich zum absoluten Maskottchen der Sony- Familie. Mittlerweile
stellt Aibo bereits in Werbespots die neuesten Produkte vor.
(dw)