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Robo-Hund bei Krone.at

11.12.2002, 11:22
Robo-Hund bei Krone.at
Krone.at hatte den legendären Sony Roboterhund AIBO zu Gast und konnte ihn für eine Woche testen. Vorweg der Test von Krone.at Redaktionshunden Ella und Paco: Sie kamen auf den Neuankömmling zugerannt, beschnupperten den seltsam piepsenden Plastikhund und ließen ihn links liegen: "Keine Konkurrenz für uns!" sollte das wohl heißen. Was die Krone.at- Redaktion erlebte gibt's weiter unten zu lesen...
Herrchen lernt vom Hund
AIBO ist ein soziales Phänomen - ein elektronisches Tier mit sozialer Lernfähigkeit: Allerdings lernt dass Tier relativ wenig von seinem Besitzer, vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Fast wie ein echter Wauzi verwandelt der AIBO sein Herrchen/Frauchen zum Pawlowschen Hund. Nicht der Robo- Dog lernt mit seiner Umwelt umzugehen, sondern der Besitzer muss lernen, sich so zu verhalten, dass der Hund ihn versteht.
 
Zuckerbrot und Streicheleinheiten
Wie ein großes Tamagotchi will AIBO Streicheleinheiten, Lob, die richtigen Aufmunterungsbefehle?etc. Seine emotionale Intelligenz erschöpft sich in Sturheit, Liebesbedürfigkeit und Spieltrieb. Vor allem die Sturheit macht einem zu schaffen. Schließlich weiß man nicht: Ist es ein technisches Problem, habe ich etwas falsch gemacht, oder will der Hund einfach nicht? Meist war es das Letztere? Es stellte sich heraus, dass der Hund mit "get up" und "go for it" erst einmal aufgemuntert werden wollte, bevor er überhaupt seinen Hintern bewegte. Nach jeder Aktion sollte er mit "Good Boy" oder gar "Thank you" gelobt werden. Machte der Hund trotzdem nicht, was man wollte, konnte man schon ärgerlich werden?
 
Aibo, wir lieben dich - wir hassen dich
"Eigentlich schon pervers, einen Roboterhund zu streicheln" hörte man von zaghaften Kollegen. "Schon seltsam, dass man für ihn Gefühle" entwickeln kann, erkannte ein anderer das eigentlich erstaunliche an AIBO. Wie würde Edith Klinger AIBO wohl beschreiben? Vielleicht so "So a liabes Hundal, a bissal stur, energieraubend, aber ganz liiib zu Kindern. Er hat in der Vergangenheit nicht viel Glück mit seinen Vorbesitzern gehabt?" (In dem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass Aibo zuvor von der ORF Futurezone getestet wurde.)
 
AIBO spricht mit uns
Wem der Name "AIBO" nicht gefällt, kann ihn auch umtaufen. Der Hund piepst den Namen sogar nach. Und auch den Namen des Besitzers kann er in seiner eigenen Sprache wiedergeben. Auch tanzen (Let's dance) und singen beherrscht das Hündchen. AIBOs seltsame Melodien, die bei jeder Gelegenheit (Freude, Langeweile?) ertönen, können einfach nur Japaner lieben. Da hilft nur ein Kommando: "Be quiet!" Und das wirkt. Der wirkliche Nerventöter wird mit "Let's Play!" aktiviert: Hündchen AIBO äfft einen nach. Will man ihn mit einem Kommando stoppen, wiederholt er auch das Kommando. Wo bitte steht, wie man das wieder abdreht???? Ein und auschalten!
 
Kluger Hund vor Abgründen
Mit der Aufforderung "Walk around" beginnt AIBO seine Umgebung zu erkunden. AIBO verfügt über einen Infrarot- Abstandssensor, der ihn davor bewahrt, gegen Wände zu rennen. Wenn man ihm ein Hindernis vors Bein stellt oder sich der Hund in Kabeln verheddert, merkt er nicht, dass er nicht vorwärts kommt und rennt stur im Stand weiter. Auch vor Abgründen benimmt sich AIBO wie ein Lemming: Ohne seine eigene Zerstörung vorauszusehen, stürzt AIBO in die Tiefe. Gut, dass Redakteure über schnelle Reflexe und ein Herz für Tiere verfügen. Seine akustische Orientierung ist noch verbesserungswürdig. Die Aufforderung zu einem zu kommen ("Come here") ließ ihn meist ratlos in der Gegend umherblicken.
 
Aibo in die National- 11!
Sein wahres Können liegt bei AIBO eindeutig auf dem Fußballfeld: Wenn er seinen pinkfarbenen Ball sieht, sprintet er los und kickt ihn weiter. Seine Augen folgen dem runden PVC und er huscht ihm hinterher. Wenn er gerade besonders gut drauf ist, köpfelt er ihn sogar vom Boden weg. Von einer Fälschung ließ er sich nicht täuschen - AIBO springt nur auf seinen eigenen Ball an. Wie ein normaler Sportler verbraucht AIBO bei viel Bewegung rasch seine ganze Energie und muss wieder aufgeladen werden.
 
Aibo unterm Weihnachtsbaum
Aibo kann jetzt vor Weihnachten erstmals nicht mehr nur übers Internet bestellt werden, sondern steht erstmals in Österreich auch in einigen Elektro- Großmärkten und will für rund 2000 Euro den Besitzer wechseln. Beim "Sonderangebots"- Aibo handelt es sich um das Modell ERS- 210A in der Farbe "Silver", das Krone.at testen konnte.
 
Familien- Maskottchen
Obwohl der kleine Roboterhund Aibo (Artificial Intelligence roBOt) ursprünglich als Entwickler- Studie gedacht war, entwickelten sich die ersten Verkäufe - damals nur übers Internet und zu horrenden Preisen - zum absoluten Verkaufserfolg. Der Blech- Hund entwickelte sich zum absoluten Maskottchen der Sony- Familie. Mittlerweile stellt Aibo bereits in Werbespots die neuesten Produkte vor.
 
 
(dw)
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