Sich genüßlich zurücklehnen
und einen Roboter die Arbeit erledigen lassen - diesen Traum verfolgt
der Mensch seit vielen Jahrzehnten.
In der Industrie, zum Beispiel in der Autofertigung, sind
Roboter schon seit langem gang und gäbe und fixer Bestandteil
in der Produktion. Aber auch Privatleute können sich in Zukunft
auf ein elektro- mechanisches Helferlein freuen. Schon in wenigen
jahren sind Fensterreinigungsroboter für den Hausgebrauch
zu erwarten, sagen Experten voraus.
Der "Care- o-bot" - ein universeller Haushaltsroboter
Die ersten einfachen Roboter gehen dem Menschen schon
seit längerem zur Hand: Sie saugen, wischen, mähen Rasen
oder wachen bei Bedarf auch über Haus und Hof. Ein universeller
Haushaltsroboter, der zahlreiche Aufgaben erledigen kann, könnte
bereits in 10 Jahren Serienreife erhalten und in Massenproduktion
gehen, so Martin Hägele, Leiter der Abteilung Robotersysteme
am Fraunhofer- Institut für Produktionstechnik und Automatisierung
(IPA). Zusammen mit seinem Team arbeitet Hägele am "Care- o-bot",
einem Roboter mit weitreichenden Fähigkeiten.
Die Fähigkeiten des Tausendsassas
Hinter dem "Care- o-bot" versteckt sich ein Tausendsassa,
der seinem Besitzer nicht nur bei einfachen Arbeiten wie Tisch
decken, Mikrowelle bedienen und Putzen zur Hand gehen soll. Der
mechanische Mitbewohner könnte auch kleinere Botengänge
erledigen, "seinen" Menschen stützen oder führen, das
Telefon für ihn suchen und ihm die heruntergefallene Fernbedienung
aufheben. Der "Care- o-bot" erinnert außerdem an die regelmäßige
Einnahme von Medikamenten und reicht zu den Pillen gleich ein
Glas Wasser. Bier holen soll er auch können.
Verwendungszweck und daraus resultierende
Probleme
Einsatzmöglichkeiten für den Roboter sehen
die Konstrukteure beispielsweise im sozialen Sektor. "Solche Handreichungen
könnten
älteren Menschen länger die Unabhängigkeit
bewahren", meint Hägele. "Eine Alternative zur Pflege durch
einen Menschen wird dies allerdings niemals werden." Bisher scheitert
es vor allem an der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine,
zudem hätten es Roboter- Pfleger auch schwer, von Menschen
akzeptiert zu werden. Ein weiteres Manko: Die Apparate können
bislang kaum komplexe Situationen erkennen und ihr Verhalten darauf
einstellen. "Ich habe mir zum Beispiel keinen Staubsaugerroboter
gekauft, weil die Geräte keineswegs die Aufgabe gelöst
haben zu unterscheiden, was Schmutz ist und was nicht.", sagt
Paul Levi vom Karlsruher Forschungszentrum Informatik.
Ein weiter Weg zu einem alltagstauglichem
Produkt
Nicht unerheblich in der Roboter- Entwicklung: Die
Frage nach dem Preis. Schließlich sind heutige Prototypen
für ein Massenprodukt noch viel zu teuer. "Ein Haushaltsroboter
darf höchstens so viel kosten wie ein Mittelklassewagen",
meint Franz Freyberger, der an der TU München forscht. Hägele
vergleicht den Entwicklungsstand der Blech- Kameraden mit den ersten
Autos: "Die Modelle am Anfang des 20. Jahrhunderts konnten auch
schon fahren, der Weg zu einem alltagstauglichen Produkt war aber
noch weit." Obwohl R2- D2 und Co noch viele technische Hürden
nehmen müssen, so sind sich die Forscher doch in einem Punkt
einig: Die Roboter kommen.
(Fotos: www.care- o-bot.de)