Kreditkarten-Betrug

PayPal lässt Abhebungen von fremden Konten zu

Web
27.09.2010 12:42
Beim Bezahldienst PayPal klafft nach Recherchen des Computermagazins "c't" eine Sicherheitslücke. Mit gestohlenen Kreditkarten-Daten lassen sich ohne jegliche Überprüfung von einem fremden Konto bis zu 1.500 Euro abheben. So viel kann ein Betrüger ausgeben, wenn er damit bei PayPal unter falschem Namen ein Konto anlegt.

Eine PayPal-Sprecherin sagte der Zeitschrift, bis eine Verifizierung der Daten erfolgt sei, "gibt es eine Beschränkung für die Zahlung, den Empfang und die Entnahme von Geldern, die der Kunde tätigen kann".

Ein "solch laxer Umgang" sei erstaunlich, da es nach dem Geldwäschegesetz für Kreditinstitute in Deutschland konkrete Auflagen gebe, sagte "c't"-Redakteur Axel Kossel. So müsse bei einer Kontoeröffnung die Identität des Kunden mit Hilfe eines Lichtbildausweises oder einer elektronischen Signatur überprüft werden. PayPal verifiziert bei einer Kontoeröffnung die angegebenen Daten über Kontrollbuchungen. Die Ebay-Tochter überweist geringe Kontroll-Beträge auf das Giro- oder Kreditkartenkonto des Kunden. Um sich auszuweisen, muss der Kunde einen Code (Kreditkarte) zurückschicken oder die auf das Bankkonto überwiesenen Beträge zurückbuchen.

Bereits erste Geschädigte
Bis die Daten des Kunden verifiziert sind, lässt PayPal dem Bericht zufolge allerdings ungeprüft Abbuchungen zu. Die Zeitschrift schildert den Fall einer Frau, die zum Opfer von Betrügern geworden war. Im vergangenen Jahr waren von ihrem Kreditkartenkonto 195 Euro offenbar von Kriminellen aus Rumänien abgehoben worden. Erst nach einer langen Odyssee zwischen Hausbank, Kreditkarten-Anbieter und PayPal wurde ihr der Schaden erstattet.

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