Steve Yegge (im Bild) gibt auf Google+ an, das Posting sei nur für seine Kollegen gedacht gewesen - doch er sei kein erfahrener Google+-Nutzer und habe es um Mitternacht nicht mehr zustande gebracht, den Beitrag nur bestimmten Usern zugänglich zu machen. Er habe seinen "Wortschwall" dann entfernt - doch es war bereits zu spät: Die höchst kritische Botschaft hatte sich bereits verbreitet.
Kein Wunder, zog Yegge doch herzhaft über das soziale Netzwerk her. "Die Google+-Plattform ist ein erbärmlicher Nachkömmling", so Yegge. Man habe lediglich den Erfolg Facebooks nachahmen wollen, doch niemand in der Firma habe verstanden, worauf es bei einem solchen Projekt ankomme. "Google+ ist eine reflexartige Reaktion, eine Studie im Kurzzeit-Denken, auf der falschen Vorstellung beruhend, dass Facebook erfolgreich ist, weil sie ein tolles Produkt erstellt haben. Aber aus diesem Grund sind sie nicht erfolgreich."
Facebook habe es geschafft, andere die Arbeit erledigen zu lassen und viele verschiedene Produkte anderer Firmen einzubinden, sodass jeder Nutzer ein anderes Erlebnis der Plattform habe. Man könne auch seine ganze Zeit in verschiedenen Spielen versenken. Es gebe Hunderte, wenn nicht Tausende verschiedener hochqualitativer Angebote auf Facebook, mit denen man seine Zeit verbringen könne, so Yegge. Beim Start von Google+ jedoch habe es nicht einmal eine Programmierschnittstelle für externe Unternehmen gegeben, kritisierte Yegge. Man könne diese grundlegenden Arbeiten nicht einfach verschieben - je später man anfange, desto schwieriger werde es, ist der Entwickler überzeugt. Bald könnte es zu spät sein, warnte er im Posting.
Unternehmen will Google+ weiter ausbauen
Seine Vorgesetzten scheinen jedoch anderer Meinung zu sein. Google-Gründer und -Chef Larry Page hat am Donnerstag bei der Verkündung des glänzenden Quartalsergebnisses (siehe Infobox) angegeben, das Unternehmen werde Google+ künftig in den Mittelpunkt seiner diversen Angebote setzen. So könne man "eine echte Beziehung zu unseren Nutzern aufbauen". Zudem erreiche man so bessere, relevantere Suchergebnisse und Wereeinschaltungen, gab sich Page überzeugt.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.