Di, 12. Dezember 2017

Preis/Leistung Top!

27.05.2017 06:00

Moto G5 (Plus): Lenovos Jedermann-Handy im Test

Während Oberklasse-Smartphones immer teurer werden, haben Geräte der 200-Euro-Klasse in den letzten Jahren technisch enorm aufgeholt. Dass man heute auch im günstigen Segment Features wie ein Full-HD-Display und ein Metall-Chassis bekommt, beweist Lenovo mit dem neuen Moto G5. Wie sich das erschwingliche Gerät und sein mit etwas besserer Kamera ausgestatteter Bruder Moto G5 Plus in der Praxis schlagen, hat krone.at getestet.

Die Moto-G-Serie war schon als interessanter Preis-Leistungs-Tipp bekannt, als der einstige Handy-Pionier noch zu Google gehörte. Nach der Übernahme durch Lenovo im Jahr 2014 blieb die Schiene erhalten und mit dem Moto G5 ist nun die jüngste Inkarnation in Österreich zu haben.

Tatsächlich sind es sogar zwei Smartphones. Was in ihnen steckt, erfahren Sie hier:

Moto G5

Moto G5 Plus

CPU

Snapdragon 430: 8 x 1,4 GHz

Snapdragon 625: 8 x 2 GHz

RAM

2 GB

3 GB

Diagonale

5 Zoll

5,2 Zoll

Auflösung

1920 x 1080 Pixel

1920 x 1080 Pixel

Speicher

16 GB

32 GB

microSD-Slot

bis 128 GB

bis 128 GB

Hauptkamera

13 Megapixel (F/2.0), Phase-Detection-Autofokus, LED-Blitz

12 Megapixel (F/1.7), Phase-Detection-Autofokus, Dual-LED-Blitz

Frontkamera

5 Megapixel (F/2.2)

5 Megapixel (F/2.2)

Funk

LTE, N-WLAN, Bluetooth 4.2, NFC, GPS, GLONASS

LTE, N-WLAN, Bluetooth 4.2, NFC, GPS, GLONASS

Maße

144,3 x 73 x 9,5 Millimeter; 144,5 Gramm

150,2 x 74 x 7,7 Millimeter; 155 Gramm

Akku

2800 mAh

3000 mAh

Extras

Fingerscanner
Metall-Chassis

Fingerscanner
Metall-Chassis

Software

Android 7

Android 7

Preis

ab 190 Euro

ab 280 Euro

Die Tabelle zeigt: Die Unterschiede zwischen beiden Modellen liegen im Detail. Für im Handel rund 90 Euro Aufpreis bekommt man beim etwas teureren Plus-Modell eine insbesondere im Zwielicht fähigere Kamera, einen etwas flotteren Prozessor und mehr Speicher sowie RAM. Die restliche Ausstattung ist aber fast ident und unterscheidet sich nur im Detail.

Genug Power für den Alltag
Grundsätzlich gilt: Für die alltägliche Nutzung ist auch das kleinere Modell vollends ausreichend. Android 7 läuft darauf flüssig, Apps starten ausreichend schnell, Multi-Tasking geht auch mit zwei Gigabyte RAM. Dass das Plus-Modell mit seinem stärkeren Chip rund ein Drittel mehr Rechenleistung bietet, bemerkt man vor allem bei rechenintensiveren Anwendungen wie Spielen.

Jagt man Lenovos neue Volkshandys durch Vergleichstests wie "AnTuTu", reihen sie sich eher im unteren Leistungsbereich ein, mit teuren Top-Handys können sie naturgemäß nicht mithalten. Dadurch soll aber nicht der Eindruck entstehen, sie seien lahm. Für die alltägliche Smartphone-Nutzung des Durchschnittsnutzers reicht auch die Power eines Moto G5.

Erfreulich gutes Display in dieser Preisklasse
Beim Display hinterlassen beide Modelle einen angesichts ihres Preisniveaus erstaunlich guten Eindruck. Vor allem das Moto G5, das man schon für weniger als 200 Euro bekommt, brilliert mit einer für diese Preisklasse ungewöhnlichen Displayschärfe, hoher Helligkeit, sauberer seitlicher Ablesbarkeit und natürlicher Farbdarstellung.

Das größere Modell hat die gleichen Stärken und einen gefühlt noch etwas besseren Kontrast als der kleine Bruder, hat aber auch deutlich mehr Rivalen, die in dieser Preisklasse mit einem guten Full-HD-Display auf Kundenfang gehen. Für beide Geräte gilt: Sie bieten eine Bildqualität, die man noch vor zwei Jahren auf Geräten der 200- bis 300-Euro-Klasse nicht erwartet hätte. Sehr gut!

Solide Kameras für Geduldige
Bei der Kamera tun sich die deutlichsten Unterschiede zwischen den beiden Moto-G5-Modellen auf - zumindest in der Theorie. Die im Gegensatz zum günstigeren Moto G5 beim G5 Plus aus dem Chassis hervorstehende Kamera ist deutlich lichtstärker, was insbesondere im Zwielicht Vorteile bringt. Bei Tageslichtaufnahmen liefern beide Kameras saubere Ergebnisse mit natürlichen Farben und ausreichender Schärfe, in der Dämmerung kommt das G5 Plus länger ohne Blitz aus.

Defizite gegenüber der Oberklasse tun sich beim Scharfstellen und der Bildstabilisierung auf. Im Test brauchten beide Geräte einige Augenblicke, bis sie auf das gewünschte Motiv fokussiert hatten. Wer gern auf der Hüfte schießt, hat dadurch und durch die Abwesenheit eines optischen Bildstabilisators erhöhtes Verwacklungsrisiko.

Vorteil des G5 Plus hält sich in Grenzen
In Summe liefern aber Geräte solide Bilder, das lichtstärkere G5 Plus bei ruhiger Hand und Geduld auch im Zwielicht. Die Kamera des teureren Modells ist unseriel besser als jene im günstigeren. Gerade bei guten Lichtverhältnissen bemerkt man kaum einen Unterschied. Gar keinen Unterschied gibt es bei der Frontkamera: Die ist mit LED-Blitz ausgestattet, reicht locker für Videotelefonie und dürfte die Selfie-Ambitionen der allermeisten Nutzer befriedigen.

Solide Ausstattung, Unterschiede beim Akku
Die Ausstattung ist bei beiden Geräten angesichts des Preisniveaus überzeugend. Der integrierte Fingerscanner arbeitet sowohl beim Moto G5 als auch beim großen Bruder flott und zuverlässig, was vor allem in der 200-Euro-Klasse keine Selbstverständlichkeit ist. Gigabit-WLAN gibt es zwar nicht, davon abgesehen sind die Funkstandards aber auf der Höhe der Zeit. Dass Speicherkarten unterstützt werden, ist ein Plus. Einen wechselbaren Akku bietet nur das günstigere Modell: Beim Moto G5 Plus ist er fix verbaut, die Akkuabdeckung kann man nicht öffnen.

Die Verarbeitung ist bei beiden Geräten für die Preisklasse sehr gut. Vor allem das Moto G5 ist ein Geheimtipp für jene User, die Wert auf ein steifes und stabiles Metallgehäuse legen, gleichzeitig aber den Akku wechseln wollen. Beim Plus-Modell wirkt das Gehäuse durch die fixierte Akkuabdeckung noch etwas mehr wie aus einem Guss. Gut gefallen haben uns im Test Details wie der geriffelte Entsperrknopf der Geräte, den man auch im Dunkeln gut ertasten kann. Das Handling ist durch die gegenüber der letzten Moto-G-Generation etwas geschrumpfte Diagonale für Besitzer kleinerer Hände besser als beim Moto G4.

Solider Akku, erfreulich schlanke Software
Der Akku (lädt via microUSB) hält bei beiden Geräten lang genug für die tägliche Nutzung, wer viel auf seinem Handy surft, Musik hört oder Online-Videos schaut, wird aber kaum um tägliches Aufladen herumkommen. Nur sparsame Naturen werden auch zwei Tage damit auskommen. Den leichten Kapazitätsvorteil des Moto G5 Plus kann das teurere Modell durch den potenteren Chip und das größere Display unserer Einschätzung nach nicht wirklich in mehr Akkulaufzeit verwandeln.

Überzeugt hat im Test auch die Software auf Lenovos neuen Einsteigergeräten. Android 7 kommt am Moto G5 (Plus) mit erfreulich wenig Bloatware ins Haus, die wenigen mitgelieferten Moto-Apps sind durchaus nützlich und ermöglichen so praktische Dinge wie Gestensteuerung. Wer mit dem Handy in die Luft "hackt", aktiviert die Taschenlampe. Wer es zweimal im Handgelenk dreht, startet die Kamera. Dass der Fingerscanner auf Wunsch die On-Screen-Bedienelemente subsituiert und so Platz am Display freigeräumt wird, sei ebenfalls lobend erwähnt.

Fazit: Lenovo liefert mit dem Moto G5 eine gelungene fünfte Generation des beliebten "Volkshandys". Vor allem die günstigere Version bietet mit Features wie dem Full-HD-Display, dem Metallchassis und dem Fingerscanner Feinheiten, die man in dieser Preisklasse selten findet. Die gelungene Software verstärkt den guten Gesamteindruck. Gerade weil das günstigere Moto G5 so ein gutes Preis-Leistungsverhältnis bietet, tut sich allerdings das teurere Plus-Modell schwer, seinen doch spürbar höheren Preis zu rechtfertigen.

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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