"Google Health" könne Ärzten und der wachsenden Zahl von Patienten helfen, die das Internet für ihre Suche nach medizinischen Erkenntnissen nutzen. "Sechs Milliarden Menschen könnten von diesem System profitieren. Nur etwa 1,5 Milliarden sind online", sagte Schmidt. "Ein vernünftiges Ziel wäre es, das jede Person, die Zugang zum Internet hat, erwägt, einen persönlichen medizinischen Datensatz anzulegen."
Ähnlich wie beim Webmail-Angebot "Google Mail" soll der Zugang zur neuen Plattform laut Schmidt nur mit einem Benutzernamen und einem Passwort möglich sein. Der Vorteil sei, dass man jederzeit und überall, wo ein Computer mit Internetverbindung zur Verfügung stehe, auf die Daten zugreifen könne. Ohne Zustimmung des Nutzers bekämen Dritte keinen Zugang zu den Daten. Auch auf Werbung wolle Google bei der geplanten Speicherung von Gesundheitsdaten verzichten.
"Unser Modell sieht vor, dass der Eigentümer der Daten die Kontrolle darüber hat, wer sie sehen kann", sagte Schmidt auf der Jahreskonferenz der Healthcare Information and Management Systems Society. "Vertrauen ist für Google die wichtigste Währung im Internet." Wie Schmidt erklärte, soll dass System aber so offen sein, dass Dritte dort direkt ihren Kunden Dienstleistungen anbieten können, wie zum Beispiel Pläne für die Einnahme von Medikamenten oder Erinnerungen an Impfungen.
Positiver Nutzen für Google
Wie Schmidt erklärte, wird "Google Health" derzeit mit 1.370 Freiwilligen an der Cleveland Klinik getestet. Wann das Angebot der Allgemeinheit zur Verfügung stehen wird, sagte er nicht. Es werde aber zuerst in den USA und dann schrittweise in weiteren Ländern eingeführt werden. Profitieren will Google davon, dass durch "Google Health" die zentrale Startseite für die Internetsuche noch häufiger besucht wird. Ähnlich funktioniert es derzeit schon bei den werbefreien Google News.
Auch Microsoft will Gesundheitsdaten speichern
Das im kalifornischen Mountain View ansässige Unternehmen ist nicht das einzige, das in der Speicherung der persönlichen Gesundheitsdaten der Menschen einen Markt sieht. Microsoft hat schon im vergangenen Jahr ein Angebot namens "HealthVault" vorgestellt. Bei Microsoft gibt es zwar Werbung, sie ist aber nicht personalisiert im Hinblick auf die gespeicherten Daten oder die eingegebenen Suchbegriffe.
"Wichtiger Schutz geht verloren"
Datenschützer haben generell große Bedenken, dass medizinische Daten außerhalb des staatlich geregelten Gesundheitswesens gespeichert werden. Dann gehe "ein wichtiger Schutz verloren, den die Menschen erwarten", erklärt Pam Dixon von der Organisation World Privacy Forum. Ein Arzt habe einen Hippokratischen Eid geschworen und müsse im Interesse der Patienten handeln. "Ein börsennotiertes Unternehmen denkt vor allem an die Aktionäre", kritisiert die Datenschützerin.
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