"Will kommen"

Es heißt nicht “orgasmüssen”…

Gesund
12.02.2008 16:34
Wie schaut die „Blume“ da unten eigentlich aus? Habe ich einen Namen dafür? Weiß ich, was sie antörnt? Den eigenen Körper nicht zu kennen, ist bei vielen Frauen nur einer, aber einer der wichtigsten Gründe, keinen Orgasmus zu bekommen. Wir verraten dir neun weitere Gründe und liefern ein paar Ideen, wie du dich mit „dem da unten“ anfreundest.

Gleich vorweg: Orgasmus kommt nicht von müssen. Frau muss nicht laut schreiend kommen, sie muss auch nicht immer wollen oder nach fünf, zehn oder 30 Minuten genug für den Akt stimuliert sein. Sie darf auch eine Stunde brauchen. Und: Es darf niemals ein Problem sein, wenn Frau nicht kommt.

10 Gründe, keinen Orgasmus zu bekommen
Laut dem amerikanischen „Guide of Sexual Medicine“ leiden 24 Prozent aller Frauen einmal im Leben unter Orgasmusproblemen. Die Gründe dafür können sein:

  • Mein Körper, meine Vagina, meine Lust sind unbekannte Wesen. Laut dem berühmten „Hite Report“ bekommen Frauen, die sich regelmäßig selbst befriedigen auch beim Geschlechtsverkehr eher einen Orgasmus. Wer seine Lustzentren kennt und weiß, wie diese am besten zu stimulieren sind, kann auch seinen Partner besser dazu erziehen, wo er ansetzen soll.  
  • Ist das ein Orgasmus? Muss ich da schreien? Es gibt Frauen, die die „Symptome“ eines Orgasmus nicht erkennen. Nur weil Frauen in Filmen beim Sex laut stöhnen oder schreien, ist das kein Zeichen für einen Orgasmus. 
  • Die Orgasmusblockade im Kopf. Wer anstatt den Moment der Zweisamkeit zu genießen und sich fallen zu lassen, nur darüber nachdenkt, ob der Partner einen jetzt schön findet, ob der Orgasmus bald kommt oder ob man sich gemeinsam richtig bewegt, blockiert sich selber. 
  • Ups, schon wieder das Vorspiel vergessen. Viele Paare stürmen geradezu in den Liebesakt, ohne der Frau durch das Vorspiel die nötige Zeit zu gewähren, ausreichend erregt zu werden, damit es dann richtig „flutscht“. Hier gibt es keine Regeln. Es gibt Frauen, die brauchen nur wenige Minuten, andere sind nach 20 Minuten soweit. Wieder andere brauchen eine Stunde oder mehr. 
  • Frauen haben mehr als einen „Orgasmuskopf“.  Ein Orgasmus findet nicht ausschließlich in der Vagina statt. Viele Frauen kommen erst zum Höhepunkt, wenn beim Sex auch die Klitoris stimuliert wird. Vielleicht sind es auch die Brüste, die besonders sensibel reagieren oder die Frau mag es, wenn er ihr im richtigen Moment etwas Unanständiges ins Ohr flüstert. Paare sollten gemeinsam die erogenen Zonen der Frau erforschen. 
  • Es ist eh alles egal. Das Problem wird einfach verdrängt. Die Frau erwartet sich im Bett nichts mehr, schon gar nicht, zum Höhepunkt zu kommen und versucht nicht einmal mehr, etwas daran zu ändern. 
  • Der Partner bringt „es“ nicht? Ja, es gibt durchaus lausige Liebhaber. Aber: Das ist eher selten. Die meisten Männer wollen ihre Frauen glücklich machen und zum Orgasmus bringen und sind deshalb für kleine Hinweise dankbar. Zeig ihm, was du magst und wo er hinfassen soll! 
  • Liebe ist genug. Es ist zwar eine romantische Annahme, dass sich bei Partnern, die sich über alle Maßen lieben, großartiger Sex und ein Orgasmus von alleine einstellt. Mit der Orgasmusfähigkeit hat das aber nichts zu tun. Ein Orgasmus hängt nicht von der Liebe zu einem Partner ab, sondern von der Lust der Frau auf ihn. 
  • Schuldgefühle wegen der eigenen Gefühle. Leider werden/wurden immer noch viele Frauen sehr schamhaft erzogen und haben Schuldgefühle wegen der eigenen Sexualität. Viele haben von ihrer Mutter erfahren, wie man ein Baby verhindert, aber nicht wie Sex genossen wird oder dass ein Orgasmus etwas Schönes ist. 
  • Sport-Sex und Orgasmuszwang. Sex wird in vielen Partnerschaften wie Leistungssport betrieben. Nicht die Lust an der Lust ist das Ziel, sondern die Häufigkeit und der Anspruch, wie beim Sport jedes Mal ein „Tor schießen“ also einen Orgasmus bekommen zu müssen. Aber wie gesagt, Orgasmus kommt nicht von müssen… 

Unten rum – Die Scham ist nicht vorbei
Nie zuvor wurde Sexualität so frei gelebt wie heute – doch trotz der massenhaft in Werbung und Fernsehen verabreichten Nacktheit haben viele Frauen eine handfeste „Beziehungsstörung“ zu dem, was da „unten“ so vor sich geht. Die Orgasmusfähigkeit – wie bereits erwähnt – hängt aber gerade vom Wissen um die eigene Anatomie und Lust ab. 

Für alle, die nicht gleich wagen, sich selbst zu erforschen, ist jetzt unter dem Titel „Unten rum – Die Scham ist nicht vorbei“ (erschienen bei Knaur) ein wunderbar offenes Aufklärungsbuch erschienen, in dem die Journalistin Claudia Haarmann Berichte von Frauen für Frauen über ihre Lust und ihre Scham gesammelt hat. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der Vagina zuteil, für die viele Frauen nicht einmal einen Namen haben, geschweige denn wissen, wie sie aussieht. Lust und Orgasmusfähigkeit an einem Ort ohne Namen und „Gesicht“ zu finden, ist schwer.

Deshalb hier ein paar Namensvorschläge für den Anfang: Schneckchen, Blümchen, Schnuckel, Mumu, Mieze, Kätzchen, einige Frauen nennen sie Yoni, was aus dem Sanskrit kommt und „Heiliger Ort“ bedeutet. 

Schau mich an
In dem Buch erzählt eine Frau davon, dass sie mit einem Spiegel zum Frauenarzt gegangen ist, um sich ihren Muttermund anzuschauen (Text „Spiegelung beim Frauenarzt“ siehe Infobox). Du musst nicht gleich so weit gehen, es schadet aber nicht, sich einmal mit einem Spiegel zu betrachten. Und denk dabei daran: Jede Frau ist richtig. Es gibt kein zu faltig, asymmetrisch oder unvollkommen. 

Buchbestellung siehe Infobox. 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Gesund
12.02.2008 16:34
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung