Forscher des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik (HHI) haben den virtuellen Spiegel entwickelt, mit dem Schuhe anprobiert werden können, die es noch nicht gibt. Das Projekt wurde gemeinsam mit Adidas entwickelt. Eine Kamera nimmt Füße und Beine des Kunden auf und gibt sie gespiegelt auf einem LCD-Schirm versehen mit den Sportschuhen nach Wunsch wieder.
Über dem Bildschirm befindet sich ein echter Spiegel. Das Spiegelbild und die virtuellen Füße werden dabei synchronisiert, damit es zu keinem Bruch kommt. Die 3D-Bildverarbeitungstechnik sorgt dafür, dass der Kunde seine Füße bewegen kann und somit die virtuellen Schuhe in Echtzeit von allen Seiten betrachten und im Einsatz sehen kann. Die 3D-Bewegungen der beiden Füße werden verfolgt und Computer-Grafikmodelle auf die Weise in die Videoszene integriert, dass die Person die virtuellen Schuhe zu tragen scheint.
Navigation ohne 3D-Brille und Berührung
Durch die Menüs des Systems kann der Kunde berührungslos navigieren. Die Finger können dabei bis zu 80 Zentimeter Abstand zum Bildschirm haben. Der Kunde muss lediglich auf die gewünschten Bereiche deuten. Die Position des Fingers im Raum wird mit Hilfe einer Stereokamera ermittelt, wodurch die Zeigerichtung erfasst und ausgewertet wird. Ein Datenhandschuh oder eine 3D-Brille sind nicht notwendig, um sich in der virtuellen Schuhwelt zu Recht zu finden. Diese Tatsache sei ein gewichtiges Argument, damit Kunden eine derartige Technik annehmen, meinen die Forscher.
Technikverliebte Schuh-Fans testen in Paris
Im Einsatz befindet sich die Technik bereits in einem Adidas Store in Paris. Kunden stellen sich nach persönlichen Wünschen ihren Schuh zusammen. "Sie können dabei Schnitt, Farbe, Sohle sowie weitere Eigenschaften aussuchen. Vor dem virtuellen Spiegel können sie verschiedene Schuhmodelle anprobieren", so Rurainsky. Hat sich der Kunde dann für einen Schuh entschieden, wird er von Adidas speziell nach seinen Vorstellungen gefertigt. (pte)
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